Brasilien treibt die Entwicklung des "Tropical Forests Forever Fund" (TFFF) voran, eines innovativen Finanzierungsmechanismus zur Eindämmung der Abholzung durch die Vergütung von gut erhaltenen Regenwäldern. Der Fonds soll bis zu 125 Milliarden US-Dollar von Regierungen und privaten Investoren mobilisieren und Erträge an über 70 tropische Länder verteilen, die ihren Regenwald schützen. Ein Teil der Mittel ist für lokale und indigene Gemeinschaften bestimmt. Die offizielle Vorstellung des TFFF ist für die UN-Klimakonferenz COP30 im November 2025 in Belém, Brasilien, geplant.
Die Kernidee des TFFF ist die Schaffung eines stetigen und skalierbaren Finanzierungsflusses für den Waldschutz. Im Gegensatz zu bestehenden Mechanismen, die oft auf die Reduzierung von Abholzung abzielen, wie z.B. REDD+, konzentriert sich der TFFF darauf, Länder, die ihre Wälder erfolgreich schützen, langfristig zu belohnen. Die Bezahlung beträgt 4 US-Dollar pro Hektar gut erhaltenen Regenwaldes, wobei die Effektivität anhand der jährlichen Abholzungsrate jedes Landes gemessen wird. Strafzahlungen sind für Überschreitungen vorgesehen. Der Fonds plant, die 125 Milliarden US-Dollar durch die Ausgabe von Staatsanleihen oder Wertpapieren großer Unternehmen zu mobilisieren, um eine geschätzte jährliche Rendite von 4 Milliarden US-Dollar zu erwirtschaften, die dann an die teilnehmenden Länder weitergeleitet werden. Wesentlich ist, dass 20 % der Mittel direkt an lokale und indigene Gemeinschaften fließen, um deren wichtige Rolle beim Waldschutz anzuerkennen und zu unterstützen. Die Initiative hat bereits internationale Unterstützung erfahren, unter anderem von BRICS-Staats- und Regierungschefs und Teilnehmern der Climate Action Week in London. Mehrere Industrieländer haben Interesse an Investitionen bekundet. Die Abholzung ist für schätzungsweise 10-20 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, da Wälder als entscheidende Kohlenstoffsenken dienen, die CO2 absorbieren und speichern. Die Zerstörung von Wäldern beeinträchtigt auch Wasserkreisläufe und Artenvielfalt. Die genauen Modalitäten und Finanzierungszusagen werden im Vorfeld der COP30 weiter ausgearbeitet, wobei Kreditratingagenturen im September ihre Bewertungen veröffentlichen werden.