Microsoft erreicht Ziel für erneuerbare Energien drei Jahre früher als geplant

Bearbeitet von: an_lymons

Der Technologiegigant Microsoft hat einen bedeutenden Meilenstein in seiner globalen Nachhaltigkeitsstrategie verkündet: Das Unternehmen deckt seinen jährlichen Strombedarf nun vollständig durch erneuerbare Energiequellen ab. Dieser Erfolg wurde bereits im vergangenen Jahr verzeichnet, womit der Konzern seine ursprüngliche Zielsetzung für das Jahr 2025 um drei Jahre unterboten hat.

Melanie Nakagawa, die Nachhaltigkeitsbeauftragte (Chief Sustainability Officer) von Microsoft, gab diese Entwicklung während einer Fachveranstaltung in Dublin bekannt. Die Wahl des Ortes war geschichtsträchtig, da Microsoft in der irischen Hauptstadt im Jahr 2009 sein allererstes Rechenzentrum außerhalb der Vereinigten Staaten in Betrieb nahm.

Seit dem Jahr 2020 hat Microsoft massiv in den Ausbau grüner Energien investiert und Verträge über den Bezug von insgesamt 40 Gigawatt (GW) aus regenerativen Quellen in 26 verschiedenen Ländern abgeschlossen. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Diese Energiemenge reicht rechnerisch aus, um etwa 10 Millionen US-amerikanische Haushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Von dieser vertraglich gesicherten Gesamtkapazität sind bereits 19 GW aktiv am Netz und speisen saubere Energie in die weltweite Infrastruktur ein. Laut Nakagawa stellt das aktuelle Ergebnis jedoch lediglich eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zu den noch weitaus ehrgeizigeren Klimazielen des Softwareherstellers dar.

Die Wurzeln dieser Transformation reichen bis in das Jahr 2013 zurück, als Microsoft in Texas sein erstes Abkommen zum Kauf von Windstrom (Power Purchase Agreement, PPA) unterzeichnete. Heute präsentiert sich das Energieportfolio des Unternehmens äußerst vielfältig und umfasst Windkraftprojekte in Irland, weitläufige Solarparks in Australien sowie Wasserkraftinitiativen in den USA.

Ein besonders bemerkenswertes Beispiel für den Einfluss des Konzerns auf den Energiesektor ist die Unterstützung bei der Wiederinbetriebnahme eines Kernkraftwerks in Pennsylvania im Jahr 2024. Microsoft trieb dieses Vorhaben aktiv voran, um die regionale Verfügbarkeit von CO2-freier Grundlastenergie im Zuge des Infrastrukturausbaus zu sichern.

Die nächste Phase der Unternehmensstrategie sieht den Übergang zu einem Modell vor, das eine kohlenstofffreie Energieversorgung rund um die Uhr (24/7) garantiert. Ziel ist es, den tatsächlichen Verbrauch und die Erzeugung von Ökostrom auf stündlicher Basis exakt aufeinander abzustimmen, anstatt nur die Jahresbilanz auszugleichen.

Um diese Vision einer stündlichen CO2-Neutralität zu verwirklichen, investiert Microsoft verstärkt in fortschrittliche Speichertechnologien wie großformatige Batteriesysteme und Wasserstoff-Brennstoffzellen. Zudem kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die Lastverteilung in den Rechenzentren dynamisch an die aktuelle Verfügbarkeit von Wind- und Sonnenenergie anzupassen.

Trotz dieser Fortschritte steht der Konzern vor großen Herausforderungen, wie der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht offenbart. Seit 2020 sind die gesamten CO2-Emissionen des Unternehmens um 23,4 % gestiegen, was primär auf den rasanten Ausbau der Rechenzentren für moderne KI-Dienste zurückzuführen ist.

Als Reaktion auf diesen Anstieg intensiviert Microsoft seine Bemühungen um mehr Energieeffizienz und hat zudem eine Milliarde US-Dollar in einen Innovationsfonds für Kohlenstofflösungen investiert. Dieser Fonds finanziert gezielt die Entwicklung von Technologien zur Abscheidung und dauerhaften Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

Mit der vollständigen Deckung des jährlichen Strombedarfs durch regenerative Quellen festigt Microsoft seine Position als Vorreiter bei der globalen Dekarbonisierung der Wirtschaft. Dieser Schritt setzt nicht nur ein deutliches Zeichen innerhalb der Technologiebranche, sondern definiert auch neue Maßstäbe für unternehmerische Verantwortung im digitalen Zeitalter.

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Quellen

  • Jornal de Negócios

  • Microsoft

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