Hydroponik als Faktor für Ernährungssicherheit in Kapstadt

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die Hydroponik, eine Anbaumethode, bei der Pflanzen in nährstoffreichem Wasser kultiviert werden, zeigt ein signifikantes Potenzial zur Stärkung der Ernährungssicherheit in urbanen Zentren wie Kapstadt. Diese Technologie ermöglicht eine Reduktion des Wasser- und Flächenbedarfs um bis zu 90 Prozent im Vergleich zu konventionellen landwirtschaftlichen Verfahren. Befürworter berichten zudem, dass Erträge durch den kontrollierten Nährstoffzufluss bis zu zehnmal höher ausfallen können als beim Anbau in traditioneller Erde.

Landwirte, insbesondere in Kapstadts Township Langa, konnten durch den Einsatz dieser Systeme eine konstante, ganzjährige Produktion von Blattgemüse wie Salat und Spinat sowie verschiedenen Kräutern sicherstellen. Diese Unabhängigkeit von saisonalen Schwankungen und die Umgehung von Problemen durch minderwertige Bodenqualität, ein häufiges Problem in dicht besiedelten Gebieten, minimieren das Risiko von Ernteausfällen. Die Optimierung der Nährstoffversorgung fördert ein schnelleres Wachstum und eine höhere Produktivität der Pflanzen.

Der Implementierung fortschrittlicher Anbautechniken sind jedoch Hürden gesetzt. Die anfänglichen Investitionskosten für die Einrichtung hydroponischer Anlagen sind beträchtlich, was insbesondere für Kleinbauern eine Barriere darstellt. Zudem erfordert der Betrieb eine verlässliche Infrastruktur, insbesondere eine stabile Stromversorgung, was in Südafrika angesichts der Herausforderungen im nationalen Stromnetz ein kritischer Faktor ist. Aktuelle Systeme konzentrieren sich primär auf schnellwachsende Grünpflanzen, während Grundnahrungsmittel wie Mais mit diesen Methoden noch nicht effizient im großen Maßstab kultiviert werden können.

Die Energiekrise in Südafrika, mit häufigen Stromabschaltungen, die 2020 kumuliert rund 860 Stunden betrugen, stellt eine direkte Bedrohung für die Betriebssicherheit hydroponischer Systeme dar, da Pumpen und Belüftungssysteme kontinuierlich laufen müssen. Während die Hydroponik Wasser spart, kann der Strombedarf für Pumpen und Beleuchtung die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen, es sei denn, es werden energieeffiziente oder solarbetriebene Lösungen implementiert. Die Optimierung der Wasserqualität, einschließlich pH-Wert und Sauerstoffgehalt, ist für den Erfolg im Hydrokulturbereich essenziell, da das Medium Erde als natürlicher Puffer fehlt.

Ein Landwirt in der Region erprobte bereits einen hybriden Ansatz, indem er Hydroponik zur Vorkultivierung von Setzlingen nutzte, bevor diese in den Boden verpflanzt wurden, was auf eine mögliche Synergie zwischen den Methoden hindeutet. Die Notwendigkeit einer breiteren Akzeptanz und Skalierung dieser Technologie erfordert Lösungsansätze zur Kostenreduktion, eine Ausweitung der Schulungsangebote für lokale Gemeinschaften und eine formelle Integration in die städtische Entwicklungsplanung Kapstadts. Die Entwicklung hin zu dezentralen Stromversorgungsformen in Südafrika könnte langfristig eine stabilere Basis für solche Technologien schaffen, indem sie die Abhängigkeit vom zentralen Netz reduziert.

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Quellen

  • Stuff

  • Moneyweb

  • Hortidaily

  • AfriFOODlinks

  • Future Farms SA

  • Cape Town Science Centre

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