Pieter Mulier verlässt Alaïa: Ende einer Ära und Spekulationen über die Zukunft

Bearbeitet von: Katerina S.

ALAÏA WINTER-SPRING 26-SHOW VON PIETER MULIER OCTOBER 4TH PARIS

Pieter Mulier, der visionäre Kreativdirektor des renommierten Modehauses Alaïa, hat am 30. Januar 2026 offiziell seinen Abschied bekannt gegeben. Damit endet eine höchst erfolgreiche fünfjährige Ära, in der er die ästhetische Ausrichtung der Marke maßgeblich prägte und modernisierte. Seine finale Kollektion, die Prêt-à-porter-Linie für die Saison Herbst/Winter 2026, wird im März 2026 im Rahmen der Pariser Modewoche der Weltöffentlichkeit präsentiert. Mulier übernahm die kreative Leitung im Jahr 2021 und war damit die erste Person in dieser Position seit dem Tod des legendären Gründers Azzedine Alaïa im Jahr 2017.

Die Geschäftsführerin von Alaïa, Myriam Serrano, würdigte Muliers Leistungen in einem offiziellen Statement und hob insbesondere seinen entscheidenden Beitrag zur kreativen Neubelebung des Hauses hervor. Unter seiner Leitung konnte die Marke nicht nur ihre kulturelle Relevanz zurückgewinnen, sondern auch ihre globale Marktposition in einem wettbewerbsintensiven Umfeld nachhaltig festigen. Mulier, dessen beeindruckender Werdegang Stationen bei Jil Sander und Dior an der Seite von Raf Simons umfasst, verstand es meisterhaft, zeitgenössische, fast schon minimalistische Elemente in die ikonischen, skulpturalen Silhouetten zu integrieren, für die das Haus Alaïa seit Jahrzehnten weltberühmt ist.

Dieser feinsinnige gestalterische Ansatz führte zu einer Reihe von kommerziellen Triumphen, die das Haus wirtschaftlich auf ein neues Niveau hoben. Besonders hervorzuheben ist dabei der Erfolg im Accessoire-Bereich, allen voran die „Le Teckel“-Tasche, die sich innerhalb kürzester Zeit zu einem begehrten Kultobjekt entwickelte. Auch die innovativen Strickwarenlinien fanden bei einer neuen Generation von Luxuskonsumenten großen Anklang. Diese positive Dynamik ermöglichte es dem Unternehmen, seine Einzelhandelspräsenz signifikant auszubauen, sodass das Netzwerk unter Muliers Führung auf insgesamt 20 strategisch wichtige Standorte weltweit anwuchs.

Wirtschaftlich hinterlässt Mulier ein bestelltes Feld: Berichten zufolge gelang es ihm, die Geschäftsergebnisse von Alaïa, das Teil des prestigeträchtigen Richemont-Konzerns ist, während seiner fünfjährigen Tätigkeit nahezu zu verdoppeln. Sein Abgang hat in der Modewelt eine lebhafte Debatte über die künftige kreative Ausrichtung des Hauses entfacht. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Name Olivier Rousteing. Rousteing, der Balmain am 5. November 2025 nach einer beeindruckenden 14-jährigen Ära verließ, gilt als einer der profiliertesten Designer der Gegenwart und wird als potenzieller Nachfolger hoch gehandelt.

Gleichzeitig befeuern Brancheninsider Spekulationen über Muliers nächsten Karriereschritt, wobei eine mögliche Verbindung zum italienischen Modehaus Versace im Fokus steht. Dort wurde die Position des künstlerischen Leiters überraschend frei, nachdem Dario Vitale am 12. Dezember 2025 seinen Rückzug bekannt gab. Vitale war erst im März 2025 ernannt worden und verließ das Unternehmen nach weniger als neun Monaten. Dieser personelle Wechsel bei Versace ereignete sich in einer Phase des Umbruchs, kurz nachdem die Prada Group die Übernahme der Marke von Capri Holdings für einen Betrag von 1,375 Milliarden US-Dollar erfolgreich abgeschlossen hatte.

Bis eine dauerhafte Lösung für die kreative Leitung von Alaïa gefunden und eine neue Struktur etabliert ist, wird das hauseigene Designstudio die Verantwortung für die kommenden Kollektionen tragen. Die Branche erwartet mit Spannung, wie sich die personellen Veränderungen in den kommenden Monaten auf die strategische Ausrichtung der beteiligten Luxushäuser auswirken werden, während Muliers finale Show im März zweifellos einen emotionalen Höhepunkt der kommenden Saison darstellen wird.

21 Ansichten

Quellen

  • ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL

  • NZZ Bellevue

  • ELLE

  • Harper's BAZAAR

  • Fashionista

  • Harper's BAZAAR

  • L'OFFICIEL USA

  • Dazed

  • Fashion network

  • ELLE

  • Dazed

  • nss magazine

  • HELLO! Magazine

  • Fashionista

  • Dazed

  • ELLE

  • Fashion United

  • Vogue Scandinavia

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