Satipo gewährt stachellosen Bienen im Reservat Avireri als weltweit Erste offizielle Rechte
Bearbeitet von: An goldy
Die peruanische Gemeinde Satipo, gelegen in der Region Junín, hat am 27. Oktober 2025 einen wegweisenden Beschluss gefasst. Mit diesem Beschluss, formalisiert durch die Gemeindeverordnung Nr. 33-2025-CM/MPS, wurden den heimischen, stachellosen Bienen im Biosphärenreservat Avireri VRAEM erstmals weltweit unantastbare Rechte zugesprochen. Diese juristische Neuerung schafft einen Präzedenzfall, indem sie bestimmten, für das regionale Ökosystem essenziellen Arten eine Rechtspersönlichkeit verleiht.
Diese sogenannten Meliponen, die stachellosen Bienen, sind für das Amazonas-Ökosystem von unschätzbarem Wert. Sie sind für die Bestäubung von über 80 Prozent der lokalen Flora verantwortlich. Dies schließt wichtige Nutzpflanzen wie Kakao, Kaffee und Avocados ein. Die neue Gesetzeslage zielt darauf ab, diese wichtigen Bestäuber proaktiv vor Bedrohungen zu schützen. Dazu zählen insbesondere die unkontrollierte Anwendung von Pestiziden und die fortschreitende Entwaldung, welche Schätzungen zufolge ein Drittel ihrer Vorkommen in den tropischen Wäldern gefährden.
Die Entwicklung dieser rechtlichen Grundlage erfolgte in enger Abstimmung mit Vertretern der indigenen Asháninka-Gemeinschaften sowie verschiedenen Naturschutzorganisationen. Dies unterstreicht die gelungene Verknüpfung von angewandter Wissenschaft und traditionellem Managementwissen. Die Anerkennung stattet die Bienen mit grundlegenden Rechten aus. Dazu gehören das Recht auf Existenz, die Sicherstellung einer gesunden Populationsdichte sowie der Anspruch auf ein unbelastetes Habitat. Mit diesem Schritt etabliert sich Satipo als Vorreiter im Bereich des Biodiversitätsschutzes, indem es die Prinzipien der Rechte der Natur in die lokale Verwaltung integriert.
Meliponen, die sich auf ihre kräftigen Kiefer statt auf einen Stachel verlassen, produzieren einen besonderen Honig. Dieser wird in tropischen Ländern traditionell als Heilmittel hochgeschätzt. Schon die Maya kultivierten diese Bienen und ehrten sie unter dem Namen Xunan Kab, was so viel wie „Königliche Dame“ bedeutet. Die historische Bedeutung zeigt sich darin, dass die indigenen Völker im Jahr 1549 den spanischen Konquistadoren Tribut zollten, der unter anderem drei Tonnen Honig und 277 Tonnen Cerumenwachs umfasste. Dies belegt das Ausmaß der frühen Imkerei.
Die lokale Maßnahme in Satipo soll nun breitere, landesweite Aktionen nach sich ziehen. Sie unterstützt eine globale Initiative, die von den Organisationen Avaaz und Bee:wild ins Leben gerufen wurde. Ziel dieser Kampagne ist es, den Schutz der stachellosen Bienen auf ganz Peru auszudehnen. Eine entsprechende Online-Petition, die eine Ausweitung dieses Schutzes fordert, hat bereits über 385.000 Unterschriften weltweit gesammelt. Die Unterzeichner fordern die peruanischen Gesetzgeber auf, die Erklärung der Rechte der Natur für diese Bestäuber zu verabschieden, bevor der Kongress im März des kommenden Jahres in die Pause geht. Diese Entscheidung könnte weltweit als Blaupause für andere Nationen dienen.
9 Ansichten
Quellen
Inforegion
Inforegión
Servindi
Exitosa Noticias
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?
Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
