Peru pflanzt antiken farbigen Baumwolltyp in Huaca Pucllana

Bearbeitet von: An goldy

Das peruanische Umweltministerium (Minam), vertreten durch seine Generaldirektion für biologische Vielfalt, hat wichtige Schritte zur Bewahrung und Förderung der einheimischen Baumwollart Gossypium barbadense eingeleitet. Diese Spezies gilt als ein genetischer Schatz von kritischer Bedeutung und bildet die Grundlage für Perus einzigartige Biodiversität. Am 5. Dezember 2025 wurden im Park für lokale Flora und Fauna des Museumsstandorts Huaca Pucllana in Lima achtunddreißig Setzlinge dieser traditionsreichen Baumwolle gepflanzt.

Diese Initiative zielt darauf ab, die Vitalität einer Pflanze zu sichern, die historisch für ihre natürlichen Farbtöne – Braun, Lila, Grün und Weiß – und ihre tiefe Verwurzelung in alten Textiltraditionen geschätzt wird. Die indigene Baumwolle wird als unverzichtbares biologisches und kulturelles Erbe der Nation eingestuft. Experten aus den Bereichen Agronomie und Genetik sehen in dieser widerstandsfähigen Kulturpflanze das Potenzial, als Basis für die Entwicklung neuer Sorten zu dienen, die besser an die aktuellen klimatischen Herausforderungen angepasst sind.

Der archäologische Fundort Huaca Pucllana, gelegen im Stadtteil Miraflores, besitzt eine tiefgreifende historische Relevanz. Bei Ausgrabungen wurden hier Baumwollsamen gefunden, deren Alter über tausend Jahre zurückreicht. Gossypium barbadense spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Küstenkulturen Perus, wie beispielsweise Norte Chico und Nazca, wo sie intensiv für die Weberei verwendet wurde, oft in Mischung mit Wolle. Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts dokumentierten die spanischen Konquistadoren die weitreichende Nutzung der Baumwolle durch die lokale Bevölkerung zur Herstellung von Kleidung.

Diese Zusammenarbeit zwischen den Naturschutz- und Kulturbehörden unterstreicht die immense Wichtigkeit des Schutzes dieses jahrtausendealten landwirtschaftlichen Erbes. Der Museumskomplex Huaca Pucllana, der 1984 eingerichtet wurde, präsentiert Artefakte, die bei der Erforschung der Pyramide entdeckt wurden, welche von der Lima-Kultur zwischen 200 und 700 n. Chr. erbaut wurde. Die Pflanzaktion im Park erfüllt zudem einen wichtigen Bildungsauftrag, indem sie die Kontinuität alter landwirtschaftlicher Methoden aufzeigt.

Die Bewahrung der genetischen Vielfalt, wie sie bei diesen einheimischen Arten zu beobachten ist, ist Teil der umfassenderen peruanischen Naturschutzstrategie, die auch Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und marinen Ökosystemen umfasst. Die Bemühungen von Minam konzentrieren sich auf die Stärkung und Standardisierung des Managements natürlicher Ressourcen, was für das Land Priorität hat. Das Projekt zur Wiederbelebung der antiken Baumwolle stellt somit einen konkreten Schritt zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Agrarbiovielfalt dar.

Die Wiederansiedlung dieser Baumwolle ist mehr als nur ein botanisches Experiment; sie ist ein Akt der kulturellen Wiederbelebung. Indem man die genetischen Linien bewahrt, die einst die Grundlage für Perus Textilkunst bildeten, wird ein wichtiger Teil der nationalen Identität gestärkt. Die Hoffnung liegt darin, dass diese robusten, natürlich gefärbten Fasern zukünftig wieder eine Rolle in nachhaltigen Textilproduktionen spielen können, was die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart festigt.

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Quellen

  • PCM - Secretaría de Gobierno Digital

  • Ministerio del Ambiente - Plataforma del Estado Peruano

  • Dirección General de Diversidad Biológica

  • Ministerio del Ambiente - Plataforma del Estado Peruano

  • Infobae

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