Sberbank forciert digitale Strategie: DeFi-Tests und Krypto-gebundene Anlagen auf dem Weg
Bearbeitet von: Yuliya Shumai
Als Russlands größter Kreditgeber treibt die Sberbank ihre Strategie im Bereich der digitalen Finanzen entschlossen voran. Dabei integriert das Institut Instrumente aus dem dezentralisierten Finanzwesen (DeFi) und führt regulierte Anlageprodukte ein, deren Rendite an Kryptowährungen gekoppelt ist. Diese Initiativen erfolgen im Vorfeld der erwarteten umfassenden Kryptowährungsgesetzgebung in der Russischen Föderation, die für das Jahr 2026 prognostiziert wird. Die Aktivitäten der Bank, die den Stand von Dezember 2025 widerspiegeln, unterstreichen den Anspruch, eine führende Rolle in der sich entwickelnden digitalen Landschaft einzunehmen, wobei der Dialog mit den Aufsichtsbehörden intensiviert wird.
Im Rahmen von Pilotprojekten, die Ende 2025 durchgeführt werden, evaluiert die Sberbank verschiedene DeFi-Werkzeuge. Dies beinhaltet die mögliche Anbindung an öffentliche Blockchains wie Ethereum für kontrollierte Vorgänge, beispielsweise die Tokenisierung von Vermögenswerten. Die Bank führt intensive Konsultationen mit zentralen Aufsichtsorganen – der Zentralbank von Russland und der Rosfinmonitoring – um die rechtliche Konformität der neuen Dienstleistungen sicherzustellen. Anatoli Popow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sberbank, äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich einer zukünftigen Konvergenz zwischen dem traditionellen Bankensektor (TradFi) und den dezentralisierten Finanzen (DeFi) in Russland.
Kunden der Sberbank haben bereits Zugang zu strukturierten Anleihen sowie zu Digitalen Finanzanlagen (DFA), deren Ertragskurve mit den Kursen von Bitcoin, Ether oder einem entsprechenden Korb dieser Währungen korreliert. Darüber hinaus wurden digitale Vermögensfonds aufgelegt, die Indizes nachbilden, welche auf Solana, Tron, Avalanche und BNB basieren, ergänzend zu den bereits etablierten Marktführern. Das gesamte Emissionsvolumen dieser krypto-gebundenen Instrumente hat eine Summe von rund 1,5 Milliarden Rubel erreicht. Dies deutet auf eine anfängliche Nachfrage nach reguliertem Krypto-Exposure hin.
Ein wesentlicher Schritt in dieser strategischen Ausrichtung ist die geplante Ausweitung des Zugangs für Privatanleger. Nachdem die Pilottransaktionen Ende 2025 abgeschlossen sind, wird in der ersten Hälfte des Jahres 2026 erwartet, dass der Kauf von DFA direkt über die mobile Anwendung „Sberbank Online“ möglich sein wird. Die Bank hat zudem ihr Interesse bekundet, als Liquiditätsanbieter und Market Maker aufzutreten, sobald die regulatorischen Rahmenbedingungen finalisiert sind. Dies passt zur allgemeinen Dynamik des DFA-Marktes in Russland, der laut Angaben der Sberbank bis Februar 2025 ein Volumen von 684 Milliarden Rubel erreichte. Das russische Finanzministerium prognostizierte sogar, dass die Marke von 1 Billion Rubel bis zum Jahresende 2025 überschritten werden könnte.
Diese institutionellen Manöver der Sberbank finden vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen statt, welche das Finanzsystem dazu anhalten, alternative Abrechnungssysteme zu suchen. Schätzungen der Zentralbank von Russland zufolge belief sich das Gesamtvolumen digitaler Vermögenswerte auf den Wallets russischer Bürger bis März 2025 auf etwa 10,5 Milliarden US-Dollar. Angesichts der Tatsache, dass die Sberbank rund 109 Millionen Privat- und über 3 Millionen Firmenkunden betreut, positioniert sie sich als zentrales Tor für den Zugang zu digitalen Assets, gestützt auf ihre bestehende Bankeninfrastruktur. Durch dieses vorausschauende Agieren stellt die Bank nicht nur sicher, dass sie zukünftige regulatorische Vorgaben erfüllt, sondern kann dank ihrer systemrelevanten Stellung auch aktiv an deren Gestaltung mitwirken.
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Quellen
Yahoo! Finance
Binance News
CCN.com
Top.Mail.Ru
BeInCrypto RU on Binance Square
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