US-Startup GRU Space eröffnet Buchungen für das erste Mondhotel bis 2032

Bearbeitet von: Irina Davgaleva

Offizielles Startvideo für GRU Space (YC W26)

Stellen Sie sich vor, Sie erwachen in einer komfortablen Suite und blicken aus dem Fenster auf eine endlose, von Kratern gezeichnete Mondlandschaft, während die Erde am Horizont als gigantische blaue Kugel erstrahlt. Was wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film wirkt, rückt nun in greifbare Nähe der Realität. Das US-amerikanische Startup GRU Space (Galactic Resource Utilization Space) hat offiziell die Reservierungsphase für das erste Hotel in der Geschichte des Mondes eingeleitet. Ziel des Unternehmens ist es, die Ära des interplanetaren Tourismus bereits bis zum Jahr 2032 einzuläuten. Für abenteuerlustige Millionäre, Paare auf der Suche nach außergewöhnlichen Flitterwochen oder Visionäre bietet sich hier die Chance, zu den ersten Pionieren einer neuen Reiseära jenseits unserer Erdatmosphäre zu gehören.

GRU Space, das durch den renommierten Inkubator Y Combinator im Rahmen des Winter-Jahrgangs 2026 gefördert wurde, präsentierte das ambitionierte Projekt am 12. Januar 2026. Der erst 22-jährige Gründer Skyler Chan, ein Absolvent der University of California, Berkeley mit einschlägiger Erfahrung bei Tesla und der NASA, verfolgt die Vision, den Mond für Privatpersonen zugänglich zu machen. In einem offiziellen Whitepaper betont Chan, dass das Unternehmen das Fundament für eine expandierende lunare Infrastruktur legt, in der Tourismus das erste nachhaltige Geschäftsmodell außerhalb der Erde darstellt. Zum hochkarätigen Expertenteam gehören namhafte Persönlichkeiten wie Dr. Kevin Cannon, ein Spezialist für lunaren Regolith, und Dr. Robert Lillis, ein ehemaliger Leiter wissenschaftlicher NASA-Missionen.

Die Umsetzung des Projekts erfolgt in mehreren strategischen Etappen. Im Jahr 2029 soll die erste Mission ein Testmodul zum Mond senden, um die sogenannte ISRU-Technologie (In-Situ Resource Utilization) unter Beweis zu stellen. Dabei wird Mondstaub, der Regolith, direkt vor Ort in schützende Baumaterialien wie strahlungsresistente Ziegel umgewandelt. Dieser innovative Ansatz minimiert die notwendige Fracht von der Erde und macht das Vorhaben wirtschaftlich erst tragfähig. Im Jahr 2031 folgt ein größeres Modul, das in einer Mondhöhle platziert wird, um den natürlichen Schutz gegen kosmische Einflüsse zu nutzen. Schließlich soll im Jahr 2032 das Hotel V1 eröffnen: ein aufblasbares Habitat für vier Gäste, das speziell für mehrtägige Aufenthalte konzipiert wurde.

Die Besucher des Mondhotels erwartet ein exklusives Programm, das weit über gewöhnliche Urlaubsaktivitäten hinausgeht. Geplant sind Spaziergänge in Raumanzügen auf der Mondoberfläche, Fahrten mit speziellen Mondrovern, Golfpartien bei geringer Schwerkraft und unvergleichliche Ausblicke auf die Erde. Das Design des zweiten Moduls orientiert sich ästhetisch am Palace of Fine Arts in San Francisco, wobei die Architektur elegant an die extremen Bedingungen des Weltraums angepasst wurde. Für den Transport setzt GRU Space auf Kooperationen mit Branchengrößen wie SpaceX oder Blue Origin. Deren Raketensysteme, insbesondere das Starship, versprechen eine radikale Senkung der Startkosten, was die logistische Basis für das gesamte Projekt bildet.

Die finanzielle Hürde für dieses interplanetare Abenteuer ist jedoch beachtlich. Der Buchungsprozess beginnt mit einer nicht erstattungsfähigen Gebühr von 1.000 US-Dollar für die reine Anmeldung. Bei einer erfolgreichen Auswahl ist eine rückzahlbare Anzahlung zwischen 250.000 und 1.000.000 US-Dollar erforderlich, um sich einen festen Platz auf der Warteliste zu sichern. Der Gesamtpreis für den Flug und den Aufenthalt wird auf über 10 Millionen US-Dollar pro Person geschätzt, was bei einer fünftägigen Reise etwa 416.667 US-Dollar pro Nacht entspricht. Für zukünftige Ausbaustufen wird jedoch eine Preissenkung auf unter 83.000 US-Dollar pro Nacht angestrebt. Die Zielgruppe reicht von erfahrenen Weltraumtouristen bis hin zu Paaren, die von einem unvergesslichen Mond-Honigmond träumen.

Trotz der kühnen Ziele stützt sich das Projekt auf reale technologische Fortschritte und die Expertise führender Wissenschaftler. Zwar bestehen derzeit noch keine direkten Verträge mit der NASA, doch orientiert sich das Unternehmen an Programmen wie CLPS für kommerzielle Mondlandungen. Der Erfolg hängt maßgeblich von den bevorstehenden ISRU-Tests, behördlichen Genehmigungen und der weiteren Kosteneffizienz in der Raumfahrt ab. Branchenexperten weisen zwar auf die für Weltraum-Startups typischen Risiken von Zeitverzögerungen hin, loben jedoch den Fokus auf eine lunare Ökonomie als wichtigen Schritt hin zu permanenten Basen und einer möglichen Besiedlung des Mars. Es handelt sich hierbei nicht um einen bloßen Marketing-Gag, sondern um die Evolution des Tourismus von Safari-Reisen in Afrika hin zu interplanetaren Horizonten.

Für Menschen in jedem Winkel der Welt – von den geschäftigen Metropolen Asiens bis zu den ruhigen Fjorden Skandinaviens – ist dieses Vorhaben eine Erinnerung daran, dass die Grenzen des Reisens ständig erweitert werden. Während Milliardäre wie Jeff Bezos und Elon Musk den Weg ebnen, könnte der Mond schon bald für einen größeren Kreis von Menschen erreichbar sein. GRU Space verkauft nicht bloß Hotelzimmer, sondern bietet einen Platz in der Geschichte der Menschheit an. Die entscheidende Frage für die Zukunft lautet nicht mehr, ob wir den Mond besiedeln, sondern wer bereit ist, als einer der Ersten den Flug in die Schwerelosigkeit anzutreten.

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Quellen

  • KultureGeek

  • Payload

  • Space.com

  • Maxim

  • India Today

  • Space.com

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