Nichtverbale Berührung als fundamentaler Faktor für Stabilität in Partnerschaften

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle psychologische Forschung rückt die physische Berührung, die oft hinter verbaler Kommunikation zurücktritt, in den Fokus als wesentlichen Pfeiler für die Aufrechterhaltung emotionaler Bindungen und die Langlebigkeit von Partnerschaften. Nonverbale Signale wie das Halten der Hand oder eine Hand auf der Schulter sind laut Experten unverzichtbar für die Vertiefung der emotionalen Verbindung, besonders in Phasen hoher Belastung für Paare.

Studien belegen, dass Berührungen die Ausschüttung des Hormons Oxytocin fördern, welches als Bindungshormon das Wohlbefinden steigert und Vertrauen sowie Empathie zwischen den Individuen festigt. Für Frauen hat physischer Kontakt eine spezifische physiologische Wirkung: Er reduziert die Erregung des Nervensystems, was nachweislich das Vertrauen und die sexuelle Anziehung fördert. Männer hingegen interpretieren körperlichen Kontakt oft als primären Kanal, um Akzeptanz zu signalisieren und sich innerhalb der Beziehung als gebraucht zu fühlen.

Der Mangel an positiver körperlicher Nähe kann Stressreaktionen, wie die Cortisolausschüttung, nicht ausreichend dämpfen, was zu Gefühlen der Ablehnung und Unsicherheit führen kann. Darüber hinaus legen Untersuchungen zur Psychologie des „Gazing“ nahe, dass das intensive Angesehenwerden durch den Partner eine starke Bestätigung der eigenen Existenz und des eigenen Wertes darstellt, vergleichbar mit der Wirkung physischer Anwesenheit. Intensiver Blickkontakt vermittelt Sympathie und Nähe, während das Abbrechen dieses Kontakts oft den Wunsch nach mehr Distanz signalisiert.

Angesichts der zunehmenden physischen Distanzierung durch technologische Entwicklungen gewinnt die bewusste Anwendung nicht-erotischer Berührung – wie eine Hand auf dem Knie während einer Mahlzeit – an Bedeutung als kraftvolle, nonverbale Deklaration von Engagement und Gegenwärtigkeit. Die Wissenschaft konnte die menschliche Berührung durch Maschinen bisher nicht erfolgreich reproduzieren, weshalb das Ignorieren dieser subtilen physischen Bestätigungen zu einem Gefühl der Leere und Entfremdung führen kann, selbst wenn die verbale Kommunikation ungestört bleibt.

Eine Studie der Universität Freiburg aus dem Jahr 2013, an der 102 Paare teilnahmen, belegte zudem, dass Berührungen eine Emotionsregulationsfunktion in Paarbeziehungen haben und nicht nur die Stimmung des Empfängers, sondern auch die des Gebers verbessern können. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, im Alltag bewusst Raum für physische Nähe zu schaffen, um emotionale Verbindungen zu stärken und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

6 Ansichten

Quellen

  • 7����.��

  • B17

  • Блог издательства «Манн, Иванов и Фербер»

  • Secrets-center.ru

  • Эквалибра

  • УНИАН

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.