Emotionaler Minimalismus als Antwort auf kognitive Überlastung

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle psychologische Forschungsergebnisse belegen, dass die permanente Konfrontation mit digitalen Reizen und der daraus resultierenden Informationsflut eine chronische kognitive Ermüdung auslöst, welche sich in einer gesteigerten empfundenen Angst manifestiert. Fachdozent Alexander Wendland von der SRH Fernhochschule – The Mobile University legt dar, dass diese anhaltende Belastung durch die Omnipräsenz digitaler Technologien als identifizierter digitaler Stressor das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst. Die daraus resultierende emotionale Erschöpfung kann bei Betroffenen dazu führen, dass sie im Freizeitkontext schlechter abschalten können und eine erhöhte Reizbarkeit zeigen.

Als Gegenmaßnahme propagieren Fachleute den emotionalen Minimalismus. Dieser Ansatz definiert sich als die bewusste Entscheidung, die affektive Energie gezielt zu lenken, anstatt sie breitflächig zu zerstreuen. Die Praktik beinhaltet das gezielte Ablegen von Routinen, Gedankenmustern und Beziehungen, die keine Erfüllung mehr bieten. Studien belegen diesen Ansatz mit der Feststellung, dass Individuen, welche die Reizaufnahme reduzieren, eine um 23 Prozent höhere Lebensqualität berichten.

Ein zentraler Aspekt dieses bewussten Loslassens ist die Fähigkeit, Verpflichtungen ohne Schuldgefühle absagen zu können, was als wesentlicher Pfeiler der Selbstfürsorge und der emotionalen Regulation gilt. Die Reduktion der emotionalen und kognitiven Last führt nachweislich zu einer Steigerung der mentalen Klarheit, der Kreativität und des allgemeinen Genusses, was der verbreiteten Empfindung einer emotionalen Sättigung entgegenwirkt. Im Kontext der digitalen Welt korrespondiert dies mit dem Konzept des digitalen Minimalismus, das von Cal Newport popularisiert wurde, welches darauf abzielt, Technologie so zu nutzen, dass sie dem Leben dient und nicht umgekehrt.

Weltweit beobachten Experten eine Bewegung hin zur freiwilligen Vereinfachung, insbesondere unter jungen Erwachsenen in industrialisierten Nationen, wo nahezu die Hälfte diese Praktiken adaptiert, um inneren Freiraum zurückzugewinnen und die Lebenszufriedenheit zu erhöhen. Diese Tendenz wird auch durch Förderprogramme wie Erasmus+ der Europäischen Union unterstützt, welche die Beschäftigungsfähigkeit und das Wohlergehen junger Menschen durch internationale Austauschprogramme fördern. Die Reduktion digitaler Ablenkungen, wie das Entrümpeln des Smartphones und das Abbestellen unnötiger Newsletter, kann den Technostress mindern und die psychische Gesundheit stärken, wobei bereits eine tägliche Reduktion der Social-Media-Nutzung um 30 Minuten das Gefühl von Einsamkeit und Depression verringern kann.

Die psychologischen Vorteile des Minimalismus reichen über die digitale Sphäre hinaus. Ordnung im äußeren Umfeld fördert nachweislich ein aufgeräumtes inneres Gefühl, reduziert Stress und ermöglicht einen fokussierten Blick auf das Wesentliche. Dies steigert die Achtsamkeit, da der Fokus auf bedeutungsvolle Erlebnisse gelenkt wird, und erhöht die Unabhängigkeit durch die Befreiung von Konsumzwängen. Im Gegensatz dazu kann eine Überlastung durch digitale Medien die Fähigkeit zur tiefen Konzentration beeinträchtigen, da das Gehirn an schnell wechselnde Inhalte adaptiert. Die bewusste Wahl, sich von Unnötigem zu trennen, schafft somit Raum für neue, bereichernde Erfahrungen und fördert eine intensivere Wertschätzung für besondere Momente.

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Quellen

  • El Nuevo Día

  • El Nuevo Día

  • Infobae

  • NeuroClass

  • YouTube

  • ÁNIMA Psicólogos

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