Selenskyj kündigt Treffen mit Trump inmitten diplomatischer Manöver und Eskalation an

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Freitag, dem 26. Dezember 2025, offiziell bekannt, dass eine Einigung über ein hochrangiges Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump in naher Zukunft erzielt wurde. Diese Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund einer intensivierten Verhandlungsphase, in der laut dem ukrainischen Staatschef „bis zum Jahreswechsel noch viel entschieden werden könnte“. Die diplomatischen Bemühungen Kiews zielen darauf ab, die Details einer Friedenslösung schnellstmöglich abzustimmen, was die hohe Dringlichkeit der aktuellen Lage unterstreicht.

Dieser Ankündigung ging am 25. Dezember ein Gespräch Selenskyjs mit amerikanischen Emissären voraus. Beteiligt waren der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Das fast einstündige Gespräch wurde als „sehr gut“ beschrieben. Dabei wurden „einige wesentliche Details der laufenden Arbeit“ erörtert und „gute Ideen präsentiert, die zu einem gemeinsamen Ergebnis und einem dauerhaften Frieden führen können“. Rustem Umerow, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine (NSDO), der ebenfalls an den Kontakten mit der US-Seite beteiligt war, setzte die Gespräche mit dem US-Team noch am selben Tag fort.

Diplomatische Quellen deuten darauf hin, dass die Residenz von Trump, Mar-a-Lago in Florida, als möglicher Ort für den Gipfel der Staats- und Regierungschefs gehandelt wird, der bereits am 28. Dezember stattfinden könnte. Die Gespräche scheinen derzeit eine höhere Konkretheit aufzuweisen als in früheren Phasen, wie ein ungenannter europäischer Beamter, der an der Koordination beteiligt ist, einschätzt. Dennoch bleiben zentrale Fragen wie Sicherheitsgarantien, Umsetzungsmechanismen für Abkommen und die rechtlichen Verpflichtungen Russlands Gegenstand intensiver Debatten.

Parallel zu dieser diplomatischen Offensive dauern die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert an. Dies deutet auf eine Strategie des maximalen Drucks hin. In der Nacht zum 26. Dezember griffen russische Drohnen die Stadt Mykolajiw an, was zu teilweisen Ausfällen der Stromversorgung führte. Diese Eskalation auf dem Schlachtfeld steht im Kontrast zu den Bemühungen auf diplomatischer Ebene.

Als Reaktion darauf meldete der ukrainische Generalstab einen weitreichenden Angriff auf die Ölraffinerie Nowoschachtinsk in der russischen Oblast Rostow. Dieser Angriff erfolgte demnach unter Einsatz von Storm Shadow Marschflugkörpern. Die Raffinerie Nowoschachtinsk, eine der größten im Süden Russlands mit einer geplanten Kapazität von bis zu 7,5 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, beliefert die russische Armee mit Dieselkraftstoff und Kerosin. Der Gouverneur der Oblast Rostow, Juri Sljusar, bestätigte die Explosionen und berichtete, dass ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten verletzt wurde.

Im Kontext der seit fast vier Jahren andauernden Verhandlungen bleibt die territoriale Integrität ein fundamental ungelöster Streitpunkt. Präsident Selenskyj hatte zuvor seinen 20-Punkte-Friedensplan vorgelegt, der Sicherheitsgarantien ähnlich Artikel 5 der NATO sowie ein Einfrieren der aktuellen Kontaktlinie vorsieht. Russische Medien, die sich auf die Zeitung Kommersant berufen, berichten jedoch, dass Wladimir Putin bei einem geschlossenen Treffen mit Wirtschaftsvertretern am 24. Dezember bekräftigte, Russland bestehe weiterhin auf der vollständigen Kontrolle über den gesamten Donbass. Er soll erklärt haben: „Der Donbass gehört uns“, und betont haben, dass die Zugehörigkeit des Kramatorsk-Konstantinowka-Slawjansk-Dreiecks nicht zur Disposition stehe. Allerdings signalisierte Moskau Gesprächsbereitschaft bezüglich eines teilweisen Gebietsaustauschs, was bereits in früheren Vereinbarungen in Anchorage angedeutet wurde.

Die russische Seite zeigt sich in Bezug auf den Dialog vorsichtig optimistisch. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, sprach von einem „langsamen, aber stetigen Fortschritt“ in den Gesprächen mit den Vereinigten Staaten. Sie forderte Washington auf, sich gegen europäische Versuche zu stellen, diesen Prozess zu „torpedieren“. Gleichzeitig betrachten Kiew und Washington den aktuellen Entwurf des Friedensplans lediglich als Ausgangspunkt. Die diplomatischen Anstrengungen im Dezember umfassten zweitägige Konsultationen in Berlin mit europäischen Akteuren sowie intensive Kontakte zwischen russischen und amerikanischen Vertretern, um vor Jahresende einen Durchbruch zu erzielen.

11 Ansichten

Quellen

  • Deutsche Welle

  • Daily Mail Online

  • FOCUS Online

  • Radio Bonn / Rhein-Sieg

  • MarketScreener Deutschland

  • News.at

  • Krone.at

  • The Guardian

  • The Kyiv Independent

  • AP News

  • Reuters

  • Kyiv Post

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?

Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.