Russisch wird Pflichtfach in Nordkorea: Zeichen der Vertiefung der Beziehungen zu Moskau

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Dieses Bild dient der Veranschaulichung.

Am 27. November 2025 wurde bekannt gegeben, dass die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) Russisch als obligatorisches Unterrichtsfach für alle Schüler ab der vierten Klasse der Grundschule einführt. Diese wichtige Ankündigung erfolgte durch Alexander Koslow, den russischen Minister für natürliche Ressourcen und Ökologie und Ko-Vorsitzenden der zwischenstaatlichen Kommission beider Länder.

Diese Bildungsmaßnahme markiert einen neuen Abschnitt in der politischen und sprachlichen Annäherung zwischen Pjöngjang und Moskau. Obwohl Russisch historisch zu den gefragten Fremdsprachen in der DVRK zählte, signalisiert die Aufnahme in den grundlegenden Lehrplan eine strategische Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen. Minister Koslow zufolge lernen derzeit rund 600 nordkoreanische Staatsbürger Russisch, was auf eine bereits bestehende Nachfrage nach sprachlicher Qualifikation hindeutet.

Die Einführung des Pflichtfachs ist eng mit umfassenderen Bemühungen zur Stärkung der russisch-koreanischen Partnerschaft verbunden. Diese Partnerschaft wurde durch den Vertrag über umfassende strategische Partnerschaft formalisiert. Dieser Vertrag wurde im Sommer 2024 von Russlands Präsident Wladimir Putin und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un unterzeichnet und trat im Dezember 2024 in Kraft, nachdem beide Seiten ihn im November 2024 ratifiziert hatten.

Die Kooperation erstreckt sich weit über die reine Sprachausbildung hinaus und umfasst die berufliche Weiterbildung nordkoreanischer Fachkräfte in Schlüsselbereichen innerhalb Russlands. Allein im Jahr 2025 schlossen 29 nordkoreanische Geologen spezialisierte Lehrgänge an russischen geologischen Einrichtungen ab, wobei sie sich Kenntnisse in Labormethoden und Kartierung aneigneten. Im vorangegangenen Studienjahr (2024–2025) wurden zudem 96 Bürger der DVRK an russischen Hochschulen eingeschrieben. Dazu zählen die Fernöstliche Föderale Universität (DWFU), das Moskauer Staatliche Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) und die RUDN-Universität, wo sie Studiengänge wie Bankwesen, Energiewirtschaft und Medizin belegten.

Gleichzeitig ist ein gegenläufiges Interesse in Russland zu beobachten: Über dreitausend russische Schüler lernen Koreanisch, oft als zweite oder dritte Fremdsprache. Etwa 300 russische Studenten haben sich an drei pädagogischen Hochschulen des Landes für das Koreanische entschieden. Um die Infrastruktur für den Russischunterricht in der DVRK weiter auszubauen, wird derzeit am Pädagogischen Institut Kim Il Sung ein neues Gebäude für das Zentrum für Offenes Russisch errichtet, dessen Eröffnung für 2026 angesetzt ist.

Diese sprachliche Angleichung durch die obligatorische Einführung des Russischen wird als eine langfristige Investition in die zukünftige Fachkräfteintegration betrachtet. Sie dient als tragfähiges Fundament für die weitere militärpolitische und wirtschaftliche Verflechtung beider Nationen, selbst wenn man bedenkt, dass Russisch in der Vergangenheit bereits einen festen Platz im nordkoreanischen Bildungssystem innehatte.

Quellen

  • New York Post

  • The Moscow Times

  • UNITED24 Media

  • Wikipedia

  • Zamin.uz

  • A News

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