Google Labs testet KI-Browser Disco mit GenTab-Funktion vor Wettbewerbskulisse

Bearbeitet von: gaya ❤️ one

Im Dezember 2025 stellte Google Labs mit Disco einen neuen, experimentellen Browser auf Basis von Chromium vor, der die Zukunft des Webbrowsings durch eine tiefgreifende Integration künstlicher Intelligenz neu definieren soll. Dieses Projekt dient als dedizierte Testumgebung für fortschrittliche Konzepte und ist bewusst vom Hauptprodukt Chrome entkoppelt, wo Gemini bereits integriert ist. Die technische Basis vieler moderner Browser, einschließlich Disco, Edge und Chrome, bildet das Open-Source-Projekt Chromium, was eine technische Uniformität schafft, die Differenzierung jedoch über die KI-Schicht erfolgt.

Das zentrale Merkmal von Disco ist die Funktion GenTab, die durch das Gemini 3 Modell angetrieben wird und einen Paradigmenwechsel im Nutzerverhalten anstrebt. GenTab analysiert den gesamten Browsing-Kontext des Anwenders, einschließlich aller geöffneten Registerkarten und der Konversationshistorie mit Gemini, um personalisierte, interaktive Webanwendungen, sogenannte 'GenTabs', zu generieren. Diese GenTabs ermöglichen die Erledigung komplexer Aufgaben allein durch einfache Textbefehle, wodurch der Nutzer ohne Programmierung agieren kann. Konkrete Anwendungsfälle, die Google präsentierte, umfassten die Erstellung eines interaktiven Reiseplaners für die Kirschblütensaison in Japan sowie die Generierung von dreidimensionalen Modellen zu Lernzwecken.

Google legt Wert auf Nachvollziehbarkeit: Jedes von GenTabs erzeugte generative Element wird systematisch mit seinen ursprünglichen Webquellen verknüpft, was der Sorge um die Zuverlässigkeit von KI-generierten Inhalten Rechnung trägt. Die Architektur von Disco unterscheidet sich von vielen Konkurrenten, da sie den Kontext über mehrere Registerkarten hinweg verwaltet, anstatt sich nur auf die aktuell aktive Seite zu beschränken. GenTab wird als die erste von mehreren geplanten Funktionen für Disco angekündigt; vielversprechende Ideen könnten später in Verbraucherprodukte wie Chrome einfließen. Der Zugang zu Disco ist derzeit stark limitiert und experimentell; er ist ausschließlich für macOS verfügbar und erfolgt über eine Warteliste für eine kleine Gruppe von Testern innerhalb von Google Labs.

Die Einführung von Disco erfolgt vor dem Hintergrund eines intensivierten Wettbewerbs im Bereich der KI-Browser, wo Plattformen wie Perplexity mit Comet und OpenAI mit ChatGPT Atlas bereits Herausforderungen darstellen. Während Konkurrenten primär Chatbots in konventionelle Browser integrieren, zielt Googles Ansatz mit Disco darauf ab, die Browserfunktionalität grundlegend neu zu konzipieren, indem Anwendungen anstelle reiner Antworten in den Vordergrund gestellt werden. Parallel dazu intensiviert Microsoft die Konkurrenz im traditionellen Browser-Segment: Ende 2025 führt Microsoft im Edge-Browser eine Kampagne ein, die Nutzer aktiv vom Herunterladen von Google Chrome abhalten soll, indem auffällige Banner erscheinen, die auf Sicherheit und Datenschutz fokussieren.

Diese gezielte Teststrategie spiegelt die Wettbewerbslandschaft von 2025 wider, in der die Browsersicherheit ein primäres Schlachtfeld darstellt. Obwohl Chrome mit über 70 Prozent Marktanteil am PC-Browser-Markt dominiert, im Gegensatz zu Edges 12 Prozent, zeigen die aggressiven Taktiken Microsofts den Druck auf die etablierten Akteure. Googles Disco-Start signalisiert eine strategische Neuausrichtung hin zur tiefen Verankerung generativer KI in der Kern-Browsererfahrung, während Microsofts Maßnahmen die Betonung auf nachgewiesene Sicherheitsfunktionen als Alleinstellungsmerkmal unterstreichen.

13 Ansichten

Quellen

  • KultureGeek

  • Windows Report | Error-free Tech Life

  • 9to5Google

  • RTTNews

  • MLQ.ai

  • WebProNews

  • Business Today Magazine

  • Neowin

  • Forbes

  • YouTube

  • Geek Room

  • Extremetech

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?

Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.