Lenovo präsentiert Qira: Den Ambient-Intelligence-Agenten auf der CES 2026
Bearbeitet von: Veronika Radoslavskaya
Am Dienstag, dem 6. Januar 2026, präsentierte Lenovo auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas offiziell sein firmeneigenes Werkzeug für künstliche Intelligenz: Qira. Diese Markteinführung markiert einen strategischen Wendepunkt für den multinationalen Technologiekonzern hin zu einem vereinheitlichten System für persönliche Umgebungsintelligenz. Dieses System ist für eine tiefgreifende Integration in das gesamte Hardware-Ökosystem von Lenovo konzipiert, das sowohl Lenovo- als auch Motorola-Geräte umfasst.
Das Hauptziel von Qira besteht darin, Daten kontextbezogen über alle verbundenen Plattformen hinweg zu verarbeiten, um die Nutzerabsicht zu erfassen. Damit schlägt Qira effektiv eine Brücke zwischen den Betriebssystemen Windows und Android, ohne dass eine manuelle Kontextumschaltung erforderlich ist. Dies stellt einen erheblichen Schritt in Richtung nahtloser Benutzererfahrung dar.
Während der Präsentation im Sphere in Las Vegas führten Führungskräfte die Fähigkeiten von Qira vor, die weit über die einfache Inhaltserstellung hinausgehen. Zu den demonstrierten, komplexen Mehrschrittaufgaben gehörten das Zusammenfassen von WhatsApp-Nachrichten, die Organisation digitaler Fotos, das Mitschneiden und Zusammenfassen von Umgebungsgesprächen in Besprechungen sowie das Verfassen und Versenden von E-Mails allein auf Basis von Sprachbefehlen.
Luca Rossi, Präsident der Intelligent Devices Group von Lenovo, betonte, dass die Einführung von Qira eine neue Ära der persönlichen KI einläutet, die auf dem Vertrauen und der Kontrolle des Nutzers basiert. Diese Betonung der Souveränität des Anwenders ist ein zentrales Element der neuen Strategie.
Qira ist als KI-Schicht auf Systemebene konzipiert und nutzt eine hybride Architektur. Diese Architektur priorisiert die Verarbeitung direkt auf dem Gerät, um Datenschutz und geringe Latenz zu gewährleisten. Für anspruchsvollere, global ausgerichtete Aufgaben wird auf eine sichere Cloud-Ausführung zurückgegriffen. Dieser Ansatz passt zur branchenweiten Entwicklung hin zu KI-nativen Geräten, die lokal arbeiten und ihre Intelligenz über verschiedene Formfaktoren hinweg aufrechterhalten.
Lenovo-Chairman und CEO Yuanqing Yang ordnete diese Entwicklung in die Unternehmensvision „Smarter AI for All“ ein. Er äußerte die Überzeugung, dass die KI sich weiterentwickelt, um die dreidimensionale Welt wahrzunehmen und mit der Realität zu interagieren, um das menschliche Potenzial zu steigern. Dies unterstreicht den Anspruch, dass KI nicht nur ein Werkzeug, sondern ein erweiterter Partner wird.
Zur Unterstützung dieser Ambitionen ging Lenovo eine Partnerschaft mit NVIDIA ein, um die „Artificial Intelligence Cloud Super Factory“ ins Leben zu rufen. Diese Fabrik integriert NVIDIAs Rubin-Plattform mit Lenovos Shenlong-Flüssigkeitskühlsystem. Sie ist in der Lage, bis zu 100.000 GPU-Einheiten für große Modelle mit Billionen von Parametern zu skalieren. Die geräteübergreifende Kontinuität, die Qira bietet, positioniert Lenovo direkt im Wettbewerb mit etablierten Kontinuitäts-Frameworks anderer großer Technologieunternehmen, die innerhalb proprietärer Betriebssysteme agieren.
Qira verschmilzt bestehende Intelligenzfunktionen, wie Moto AI und Lenovo AI Now, zu einer einzigen, durchgehenden Intelligenz, die dem Nutzer folgt. Motorola gab zudem einen Ausblick auf Project Maxwell, einen KI-Pin, der auf Motorola Qira basiert. Dieser nutzt eine Kamera für visuellen Kontext und führt End-to-End-Aufgaben per Sprache aus. Nutzer erhalten dabei die Möglichkeit, die Begründungsschritte für Aktionen wie das Versenden von Nachrichten nachzuvollziehen.
Lenovos Gesamtstrategie fußt auf „Hybrid AI“, welche persönliche, unternehmerische und öffentliche Intelligenzmodelle kombiniert. Dr. Tolga Kurtoglu, der CTO des Unternehmens, hob hervor, dass Qira auf intelligenter Modellorchestrierung beruht. Ziel ist es, für Echtzeitanforderungen stets das beste Modell zuzuordnen, wodurch Sicherheit gewährleistet und Rechenkosten reduziert werden, während der Fokus auf agentenbasierten Arbeitsabläufen liegt.
Lenovo bestätigte, dass die Einführung von Qira im Laufe des Jahres 2026 auf ausgewählten Lenovo- und Motorola-Produkten beginnen wird. Damit wird die vereinheitlichte Intelligenz über PCs, Smartphones, Tablets und Wearables hinweg ausgerollt. Dieser umfassende Ökosystemansatz, gestützt durch Kooperationen mit Chipherstellern wie Qualcomm für die On-Device-Verarbeitung in Motorola-Geräten, signalisiert das klare Bekenntnis, KI zu einem durchgängigen Differenzierungsmerkmal für Personal Computing zu machen.
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Quellen
Terra
CRN
Lenovo News
PCMag
TechInformed
Business Wire
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