Historischer Triumph in Toruń: Simon Ehammer zertrümmert den „ewigen“ Weltrekord im Siebenkampf
Autor: Svetlana Velhush
In der Welt der Leichtathletik gibt es Momente, die ganze Epochen definieren und sportliche Grenzen verschieben. Am Samstag, den 21. März 2026, erlebten die Zuschauer in der Arena im polnischen Toruń genau einen solchen historischen Meilenstein. Der 26-jährige Schweizer Simon Ehammer vollbrachte das scheinbar Unmögliche und brach den Weltrekord im Siebenkampf, der 14 Jahre lang wie eine unüberwindbare Mauer in den Geschichtsbüchern gestanden hatte.
Mit einer beeindruckenden Gesamtpunktzahl von 6670 Punkten übertraf Ehammer die bisherige Bestmarke der US-Legende Ashton Eaton. Eaton hatte im Jahr 2012 mit 6645 Punkten einen Standard gesetzt, der über ein Jahrzehnt lang als absolut unerreichbar galt. Durch diese außergewöhnliche Leistung sicherte sich der Schweizer nicht nur die Goldmedaille bei der Hallenweltmeisterschaft, sondern festigte auch seinen Ruf als der derzeit kompletteste Hallenathlet des Planeten.
Während Ehammer einsam an der Spitze thronte, kämpften die weiteren Teilnehmer in einem hochklassigen Wettbewerb um die verbleibenden Podestplätze. Das US-Duo Heath Baldwin und Kyle Garland komplettierte das Podium. Baldwin sicherte sich mit 6337 Punkten die Silbermedaille, während Garland mit 6245 Punkten Bronze gewann. Doch an diesem Tag gehörte die gesamte Aufmerksamkeit dem neuen Rekordhalter aus der Schweiz, der die Konkurrenz deutlich distanzierte.
Der Weg zu diesem historischen Triumph war geprägt von technischer Brillanz und purer Geschwindigkeit. Bereits zum Auftakt setzte Ehammer mit einer persönlichen Bestzeit von 6,69 Sekunden über 60 Meter ein deutliches Ausrufezeichen. Der entscheidende Moment ereignete sich jedoch am zweiten Wettkampftag im 60-Meter-Hürdensprint. Mit einer Zeit von 7,52 Sekunden stellte er nicht nur einen neuen Bestwert innerhalb eines Siebenkampfs auf, sondern erreichte ein Niveau, das ihn fast auf das Podium der spezialisierten Hürdensprinter katapultiert hätte.
Vor der abschließenden Disziplin, dem kräftezehrenden 1000-Meter-Lauf, stand Ehammer vor einer gewaltigen mathematischen Herausforderung. Um den Rekord von Eaton zu brechen, musste er die Distanz in unter 2:43,20 Minuten bewältigen. Da die Ausdauerläufe in der Vergangenheit oft als seine Schwachstelle galten, hielt das Publikum in Toruń den Atem an. Unter dem tosenden Applaus der Fans übertraf er sich selbst und erreichte das Ziel in einer neuen persönlichen Bestzeit von 2:41,04 Minuten.
Sichtlich bewegt äußerte sich der frischgebackene Weltrekordler unmittelbar nach seinem Zieleinlauf gegenüber den Medien. Er erklärte, dass er sprachlos sei und ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen sei. Ehammer betonte, wie sehr er Ashton Eaton bewundert habe: „Ich habe mir Hunderte Male die Auftritte von Ashton Eaton angesehen und von ihm gelernt. Dass es mir nun gelungen ist, seinen Namen aus den Rekordbüchern zu verdrängen, ist für mich kaum fassbar.“
Sportexperten sehen in Simon Ehammer den Prototyp eines modernen Mehrkämpfers, der die Disziplin revolutioniert. Seine einzigartige Kombination aus Weltklasse-Sprungvermögen – er ist bereits WM-Bronzemedaillengewinner im Weitsprung – und außergewöhnlicher Sprintfähigkeit macht ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. Dieser Erfolg in Polen dient nun als massives Fundament für die kommende Freiluftsaison, in der Ehammer bereits ein neues Ziel vor Augen hat: die magische Grenze von 9000 Punkten im Zehnkampf zu stürmen.
- Historische Bestleistung: Simon Ehammer erreicht 6670 Punkte und bricht damit Ashton Eatons Rekord von 6645 Punkten aus dem Jahr 2012.
- Wettkampfort: Die Hallenweltmeisterschaft fand am 21. März 2026 im polnischen Toruń statt.
- Schlüsselmomente: Ein Rekordlauf über 60 m Hürden (7,52 Sek.) und eine neue persönliche Bestleistung über 1000 m sicherten den Triumph.
- Podiumsplatzierungen: Hinter Ehammer belegten die US-Amerikaner Heath Baldwin (6337) und Kyle Garland (6245) die Plätze zwei und drei.
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Quellen
Olympics.com: Репортаж о втором дне соревнований и двойном рекорде (Эхаммер и Моралес Уильямс).
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