„Gott der Vierfachen“ gegen die Gesetze der Physik: Wie Ilia Malinin nach dem Olympia-Fiasko seinen Titel zurückeroberte

Autor: Svetlana Velhush

Ilia Malinin (USA) schreibt Geschichte! Freies Skaten in Prag 2026

Ilia Malinin, der in der Eiskunstlaufwelt als „Quad God“ bekannt ist, hat bei den Weltmeisterschaften 2026 in Prag ein eindrucksvolles Comeback gefeiert. Nach der herben Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina 2026 bewies der 21-jährige US-Amerikaner, dass er die Weltspitze weiterhin dominiert. Mit einer Mischung aus technischer Brillanz und mentaler Stärke sicherte er sich erneut den Thron und ließ die Konkurrenz weit hinter sich.

Den Grundstein für seinen Erfolg legte Malinin bereits am 26. März im Kurzprogramm. Mit einer persönlichen Bestleistung von 111,29 Punkten erzielte er sein bestes Ergebnis der letzten vier Jahre. Sein Programm war gespickt mit Höchstschwierigkeiten: Ein sauberer vierfacher Flip, ein dreifacher Axel sowie die Kombination aus vierfachem Lutz und dreifachem Toeloop versetzten das Publikum in Staunen. Dieser Auftritt verschaffte ihm einen komfortablen Vorsprung für das Finale.

In der Kür am 28. März setzte Malinin seinen Siegeszug fort und präsentierte insgesamt fünf saubere vierfache Sprünge, darunter den vierfachen Flip, Lutz, Toeloop und Salchow. Obwohl er auf den riskanten vierfachen Axel verzichtete und stattdessen die dreifache Variante wählte, erreichte er eine Gesamtwertung von 329,40 Punkten. Damit distanzierte er den zweitplatzierten Japaner Yuma Kagiyama um mehr als 22 Punkte und sicherte sich seinen dritten Weltmeistertitel in Folge.

Ein besonderes Highlight seiner Darbietung war der charakteristische Backflip. Was früher als verbotenes Element galt und mit einem Abzug von 2 Punkten bestraft wurde, ist seit den Reformen der Internationalen Eislaufunion (ISU) im Jahr 2025 als legitimes choreografisches Element zugelassen. Malinin integrierte den Rückwärtssalto nahtlos in seine Schlusssequenz, was in der Arena von Prag für Standing Ovations sorgte und seinen Status als Ausnahmeathlet unterstrich.

Der Abend in Prag markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Sports, an dem der „technologische“ Stil endgültig über die klassische Schule triumphierte. Mit einer Rekordwertung von 227,79 Punkten für die Kür antwortete Malinin eindrucksvoll auf die Kritik nach seinem Sturz-Debakel in Mailand, das ihn dort die Goldmedaille gekostet hatte. Besonders beeindruckend war die Kombination aus vierfachem Lutz und dreifachem Axel in der zweiten Programmhälfte, einem Zeitpunkt, an dem die physische Erschöpfung normalerweise ihren Tribut fordert.

Die Fachwelt ist sich einig, dass wir Zeugen einer neuen Ära sind. Ein technischer Kontrolleur der ISU betonte, dass Athletik nun kein Hindernis mehr für die künstlerische Gestaltung darstellt, sondern ein integraler Bestandteil davon geworden ist. Malinins Erfolg bestätigt, dass der moderne Eiskunstlauf eine Symbiose aus ballettartiger Anmut und der Kraft eines Düsentriebwerks erfordert. Er hat bewiesen, dass er nicht nur ein Techniker ist, sondern ein Pionier, der die Grenzen des physikalisch Machbaren verschiebt.

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Quellen

  • International Skating Union (ISU) — Официальные протоколы и результаты Чемпионата мира по фигурному катанию 2026

  • Golden Skate — Аналитический разбор технической оценки программы Ильи Малинина.

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