Wang Leehoms Konzert ist futuristisch geworden — Roboter sind jetzt die Backup-Tänzer.
Wenn Metall den Takt trifft: Unitree G1 Humanoiden beim Konzert von Wang Leehom in Chengdu
Bearbeitet von: Inna Horoshkina One
Am 19. Dezember 2025 ereignete sich beim Konzert von Wang Leehom in Chengdu – genauer gesagt im Sportpark des Dong'an-Sees vor rund 18.000 Zuschauern – ein Ereignis, das noch vor Kurzem nach einem futuristischen Musikvideo klang: Der Künstler integrierte die humanoiden Roboter Unitree G1 in seine Live-Show. Dabei fungierten sie nicht bloß als Requisiten, sondern als vollwertige Bühnentänzer.
Robots in China are doing it all now, even dancing on stage like pros. Here Unitree robots doing Webster flips and are performing at Chinese-American singer Wang Leehom’s concert in Chengdu.
Unitree-Roboter führen Webster-Flips aus und treten beim Konzert des chinesisch-amerikanischen Sängers Wang Leehom in Chengdu auf.
Dies war weit mehr als nur ein Showeffekt; es war eine sorgfältig konzipierte Inszenierung. Die Idee lautete: Der Mensch singt, und die Technologie bewegt sich synchron daneben, fängt den Rhythmus auf und intensiviert das Gefühl einer modernen Performance. Sechs bionische Humanoiden betraten die Bühne und führten eine Hintergrundchoreografie im Gleichklang mit den menschlichen Darstellern aus. Dies verwandelte das Konzert in einen faszinierenden Dialog zwischen lebendigen und mechanischen Körpern.
Ein Augenblick, der umgehend viral ging, war eine komplexe akrobatische Einlage: ein Frontsalto, bekannt als „Webster-Salto“. Im Rahmen des Titels „Open Fire“ demonstrierten die Roboter eine Präzision und Abstimmung der Bewegungen – jene „plastische Disziplin“, die man normalerweise nur von professionell ausgebildeten Tanzensembles erwartet.
Solche Auftritte entstehen nicht über Nacht. Laut verfügbaren Informationen hatten die Ingenieure von Unitree über drei Monate an dieser Darbietung gefeilt. Sie mussten Wiederholbarkeit und Synchronität perfektionieren, denn auf der Bühne fällt jeder Fehler genauso deutlich auf wie eine verpatzte Musiknote.
Die eingesetzten Unitree G1 werden als zweibeinige Humanoiden beschrieben, die auf Agilität und Echtzeit-Koordination ausgelegt sind. Die technischen Spezifikationen umfassen unter anderem:
- 23 Freiheitsgrade (für eine lebendigere Bewegungsmechanik),
- Raumwahrnehmungssensoren (insbesondere 3D-Lidar und eine Tiefenkamera),
- Onboard-Rechenleistung und fortschrittliche Bewegungssteuerungsalgorithmen.
Ein wichtiger Aspekt, der ebenfalls hervorgehoben wurde, betrifft die Kosten: Mit einem Basispreis von etwa 13.500 US-Dollar positioniert sich der G1 als ein zugänglicherer Einstieg in die Welt der humanoiden Robotik im Vergleich zu einigen hochpreisigen Marktführern.
Die Tech-Community reagierte prompt. Videoausschnitte des Auftritts verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken, und die Diskussionen reichten weit über das reine Fanlager des Künstlers hinaus. Es wurden grundlegende Fragen aufgeworfen, wie Roboter die Sprache der Unterhaltungsindustrie verändern. Ein zusätzlicher Schub für die Viralität kam durch die öffentliche Reaktion von Elon Musk, der die Aufnahmen mit einem knappen Kommentar wie „beeindruckend“ teilte.
Unitree hat bereits auf anderen Plattformen die Fähigkeiten seiner Humanoiden präsentiert, etwa durch Kunststücke wie Salti und Laufmodi. Der G1 wird dabei als eine kommerziell ausgerichtete und massentauglichere Variante vermarktet: eine Plattform, die auf Bühnen, bei Demonstrationen oder in Dienstleistungsszenarien eingesetzt werden kann. Auf dem chinesischen Markt, wo laut Schätzungen von Fachinstituten eine immense Anzahl von Robotikunternehmen aktiv ist, werden solche öffentlichen Vorführungen zu mehr als nur Unterhaltung – sie sind eine Schaufensterfront für die zukünftige Dienstleistungswirtschaft.
Die finale Note von GAYA ONE
Was an dieser Geschichte am wertvollsten ist, ist nicht die Vorstellung von „Roboter statt Mensch“, sondern „Roboter neben dem Menschen“ – als ein neues Werkzeug für die Bühne. Die Bühne erstrahlte, und im Scheinwerferlicht wurde Stahl für einen Moment zu Plastizität. Es war ein Schnappschuss aus der Zukunft, in Echtzeit aufgenommen: Der Mensch singt, die Stadt atmet, und daneben lernen Maschinen, Teil des Festes zu sein, ohne es zu stören.
Quellen
futurezone.at
WebProNews
Wang Leehom | Official Website – King of Chinese Pop
HypeFresh Inc



