Skrillex und ISOxo mit «Fuze» vs. Bartees Strange mit «Shy Bairns Get Nowt»: Zwei musikalische Strömungen der Gegenwart
Bearbeitet von: Inna Horoshkina One
Die Welt der elektronischen Musik erlebte am 24. Oktober 2025 einen bemerkenswerten neuen Schub, der die Grenzen des Genres neu definierte. An diesem Tag veröffentlichten die Schwergewichte Skrillex und ISOxo ihren mit Spannung erwarteten gemeinsamen Track «Fuze». Das Stück stellt eine energiegeladene und hochmoderne Verschmelzung dar, in der die nostalgische Erinnerung an den aggressiven Sound des Brostep auf die innovative Modernität der Bass-Szene trifft. Seine spektakuläre Premiere feierte der Track bereits vorab auf dem Niteharts Festival in San Diego. Für die beiden einflussreichen Künstler markiert diese Veröffentlichung sowohl eine symbolische Rückkehr zu den kreativen Ursprüngen als auch den vielversprechenden Beginn eines frischen Zyklus der Zusammenarbeit, der von Fans weltweit sehnlichst erwartet wurde.
Gerade für ISOxo, dessen musikalische Entwicklung stark vom bahnbrechenden Sound Skrillex’ geprägt wurde, besitzt dieser Release eine fast persönliche, tiefgreifende Bedeutung. Er symbolisiert den erfolgreichen Übergang vom bloßen Inspirationsraum hin zu einem kreativen Dialog auf Augenhöhe mit seinem Idol. Zahlreiche aufmerksame Hörer identifizierten in «Fuze» bereits subtile, aber klare Anspielungen auf den legendären Klassiker «Scary Monsters and Nice Sprites», die jedoch nun durch innovative und zeitgemäße Klangstrukturen neu interpretiert werden. «Fuze» klingt nicht nur nach einem Rückblick, sondern vielmehr nach der Zündung einer neuen Ära – einer dynamischen Entwicklung, die von der bloßen Erinnerung zur kraftvollen Bewegung, vom initialen Funken zur explosiven Plasma-Entladung führt.
🌌 Im scharfen Kontrast zu dieser elektronischen Detonation präsentierte der Indie-Rock-Künstler Bartees Strange am selben denkwürdigen Tag seine neue, sechsteilige EP «Shy Bairns Get Nowt». Diese Veröffentlichung bildet einen bewusst ruhigen, aber in seiner Aussage präzisen Kontrapunkt zum Bass-Gewitter. Der Titel nimmt Bezug auf eine spezifische nordenglische Redewendung, deren sinngemäße Bedeutung lautet: «Wer nicht spricht, bekommt nichts» (wörtlich übersetzt: schüchterne Kinder bekommen nichts). Diese Sentenz dient dem Künstler als dringliche Mahnung an das fundamentale Recht, die eigene Stimme zu erheben und gehört zu werden – eine wichtige Botschaft, insbesondere in einer Musikindustrie, in der die freiwillige Stille der Akteure oftmals lauter hallt als jedes ausgesprochene Wort.
Die neue EP knüpft zwar thematisch an sein gefeiertes Album «Horror» an, das Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde, erweitert dessen Spektrum jedoch signifikant. Strange bewegt sich hier hin zu einem deutlich persönlicheren und intuitiveren Klangbild, das roher und unmittelbarer wirkt. Zu den zentralen Stücken, die diese Entwicklung unterstreichen, gehören «Ain’t Nobody Making Me High» sowie eine überarbeitete und neu arrangierte Fassung des Titels «Baltimore», welche von keinem Geringeren als Starproduzent Jack Antonoff produziert wurde. Strange selbst charakterisiert diese Kompositionen als «Fehler, die sich in Offenbarungen verwandelten». Darin liegt die philosophische Essenz der gesamten EP verborgen: die Angst abzulegen, sich mitzuteilen, und die eigene Wahrheit lautstark zu verkünden.
Der 24. Oktober 2025 lieferte somit einen faszinierenden Querschnitt durch die aktuelle Musikproduktion. Während Skrillex und ISOxo die futuristische Marschrichtung des Dance-Sounds mit roher Energie definieren, liefert Bartees Strange eine tief introspektive Botschaft über die Notwendigkeit der Selbstbehauptung und des Mutes zur Äußerung. Zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen wichtige musikalische Manifeste wurden an diesem Tag veröffentlicht, die die bemerkenswerte Breite und emotionale Tiefe der zeitgenössischen Musiklandschaft eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Quellen
Stereogum
Far Out Magazine
Bartees Strange on Bandcamp
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