Sieben Jahre der Stille und Metamorphose: Kelsey Lus neues Album „So Help Me God“

Bearbeitet von: Inna Horoshkina One

Kelsey Lu - Running To Pain (Offizielles Musikvideo)

Die renommierte Cellistin und Songwriterin Kelsey Lu bereitet sich auf einen bedeutenden Meilenstein in ihrer Karriere vor: die Veröffentlichung ihres zweiten Studioalbums mit dem Titel „So Help Me God“. Das Werk soll offiziell am 12. Juni 2026 über das Label Dirty Hit erscheinen. Diese Ankündigung markiert das Ende einer langen Wartezeit für Fans und Kritiker gleichermaßen, die gespannt auf eine Fortsetzung ihrer künstlerischen Reise gewartet haben.

Mit dieser neuen Produktion kehrt Lu nach einer siebenjährigen Pause seit ihrem gefeierten Debütalbum „Blood“ aus dem Jahr 2019 zum klassischen Format eines Studioalbums zurück. In dieser Zwischenzeit war die Künstlerin jedoch keineswegs untätig. Sie nutzte die Jahre, um Klangwelten jenseits traditioneller Albumstrukturen zu erforschen, widmete sich der Komposition von Soundtracks und engagierte sich in verschiedenen interdisziplinären Kunstprojekten, die ihre klangliche Ästhetik erweiterten.

Die Künstlerin selbst beschreibt „So Help Me God“ als ein Werk, das über einen Zeitraum von sieben Jahren durch bewusste Transformation und langsame Reifung entstanden ist. Es ist kein Produkt schneller Produktion, sondern ein tiefgreifendes musikalisches Dokument, das die persönliche Entwicklung der Musikerin widerspiegelt. Lu betont, dass der Entstehungsprozess ebenso wichtig war wie das fertige klangliche Resultat.

Das Album setzt sich intensiv mit verschiedenen emotionalen und existenziellen Zuständen auseinander, die in den folgenden Themenbereichen zum Ausdruck kommen:

  • Tiefe Hingabe und spirituelle Verbundenheit
  • Das komplexe Wesen des menschlichen Verlangens
  • Der schmerzhafte Moment des inneren Zusammenbruchs
  • Der anschließende Prozess des Werdens und der Neuentstehung

„So Help Me God“ versteht sich dabei nicht als eine bloße Abfolge einzelner Lieder, sondern als ein akustisch festgehaltener Wandlungsprozess. Die Musik fungiert als Medium, um den Übergang von einem Zustand in den nächsten greifbar zu machen und den Zuhörer auf eine Reise durch diese emotionalen Landschaften mitzunehmen.

Für die Realisierung dieses ambitionierten Projekts konnte Kelsey Lu eine beeindruckende Riege an Gastmusikern gewinnen, die ihre Vision unterstützen. Mit dabei sind namhafte Künstler wie der Sänger Sampha, der Jazz-Saxophonist Kamasi Washington sowie die Ikone Kim Gordon. Diese Kollaborationen versprechen eine enorme klangliche Vielfalt und verleihen dem Werk zusätzliche künstlerische Tiefe.

Die Produktion des Albums lag in den Händen von Kelsey Lu selbst, die dabei eng mit zwei der profiliertesten Produzenten der aktuellen Musikszene zusammenarbeitete: Jack Antonoff und Yves Rothman. Diese Synergie aus Lus experimentellem Ansatz und der produktionstechnischen Expertise von Antonoff und Rothman lässt ein Album erwarten, das sowohl technisch als auch emotional neue Maßstäbe setzt.

Stilistisch bewegt sich Kelsey Lus Musik weiterhin an der faszinierenden Schnittstelle verschiedener Genres, die sie meisterhaft miteinander verwebt:

  • Neoklassische Strukturen
  • Elemente des Avant-Pop
  • Sphärische Ambient-Klänge
  • Barocke Klangfarben

Im Vergleich zu ihren früheren Arbeiten wirkt das Klangbild in „So Help Me God“ jedoch deutlich geschlossener und kohärenter. Erste Einblicke lassen vermuten, dass die Musik als einheitlicher Raum fungiert, in dem die Grenzen zwischen den einzelnen musikalischen Formen fließend ineinander übergehen, anstatt lediglich nebeneinander zu existieren.

Zur Einstimmung auf die große Veröffentlichung im Juni hat Lu eine Reihe exklusiver Kammerkonzerte angekündigt. Diese besonderen Auftritte werden im April 2026 im legendären Blue Note Jazz Club sowie an ausgewählten Orten in Los Angeles stattfinden. Diese Konzerte bieten dem Publikum die seltene Gelegenheit, das neue Material in einem intimen und akustisch fokussierten Rahmen zu erleben.

Diese Live-Termine sind weit mehr als eine gewöhnliche Albumpräsentation; sie sind eine Einladung an die Zuhörer, den Transformationsprozess der Musik unmittelbar und physisch mitzuerleben. Es geht darum, die Kompositionen in dem Moment zu erfahren, in dem sie vom privaten Raum der Entstehung in die Öffentlichkeit treten.

Während ihr Erstlingswerk „Blood“ noch wie eine intensive Suche nach der eigenen Identität klang, könnte „So Help Me God“ als Ausdruck des vollkommenen Vertrauens in den künstlerischen Prozess verstanden werden. Es ist Musik, die sich die nötige Zeit lässt, um zu atmen, zu wachsen und sich schließlich zu verwandeln. In diesem Album hören wir vermutlich nicht nur Kompositionen, sondern den Moment des Übergangs selbst – von einer Seinsform in die nächste.

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Quellen

  • Clash Magazine

  • pm studio world wide music news

  • Stereogum

  • Our Culture Mag

  • Dork

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