Park Chan-wook gewinnt Regiepreis in Sitges für „Keine andere Wahl“ inmitten globalen Erfolgs

Bearbeitet von: An goldy

Der herausragende südkoreanische Filmemacher Park Chan-wook hat seinen hohen Status erneut eindrucksvoll bestätigt. Bei den 58. Internationalen Filmfestspielen von Sitges, dem weltweit größten Treffpunkt für Genrefilme in Spanien, errang er die prestigeträchtige Auszeichnung für die Beste Regie. Diese Ehre wurde ihm für sein jüngstes Werk, „Keine andere Wahl“ (Originaltitel: Нет другого выбора), zuteil. Dieser Erfolg reiht sich nahtlos in eine Kette internationaler Anerkennung ein, da der Film zuvor bereits den Internationalen Publikumspreis beim Toronto International Film Festival gewonnen hatte. Diese Auszeichnungen unterstreichen die tiefe und universelle Resonanz, die das Werk weltweit beim Publikum und bei Kritikern findet. Das Festival in Sitges würdigte damit nicht nur die technische Meisterschaft des Regisseurs, sondern auch die Aktualität und die globale Relevanz der behandelten Themen.

Die Grundlage für die Handlung des Films bildet der Roman „The Ax“ von Donald E. Westlake aus dem Jahr 1997. Park Chan-wook inszeniert daraus ein beklemmendes und spannungsgeladenes Drama, das die existenziellen Herausforderungen des Überlebens angesichts massiver wirtschaftlicher Unsicherheit beleuchtet. Im Zentrum der Erzählung steht Man-Su, verkörpert durch den Schauspieler Lee Byung-hun. Man-Su ist ein langjähriger Fabrikmanager, der nach 25 Jahren treuen Dienstes plötzlich und unerwartet seine Arbeit verliert. Die Schockwellen dieser Entlassung erfassen seine gesamte Familie.

Man-Sus Ehefrau, A-ra, dargestellt von Son Ye-jin, muss hilflos zusehen, wie ihr Mann einen verzweifelten Kampf führt, um seine frühere Stellung wiederzuerlangen. Sein primäres Ziel ist es, das Familieneigentum zu sichern und die Versorgung seiner Angehörigen zu gewährleisten. Der Film seziert dabei präzise, wie die vertraute Lebensordnung ins Wanken gerät, sobald die äußeren Stützen und Sicherheiten wegbrechen. Diese existenzielle Krise zwingt den Einzelnen, seine innersten Ressourcen zu mobilisieren und die Grenzen des moralisch Erlaubten neu auszuloten. Der Regisseur, bekannt für seinen unverwechselbaren Stil, der eine meisterhafte Mischung aus psychologischer Spannung und schwarzem Humor darstellt, zeigt auf eindringliche Weise, wie externe Schicksalsschläge zu einem unaufhaltsamen Katalysator für tiefgreifende innere Transformationen werden können.

Die internationale Präsenz von „Keine andere Wahl“ ist bemerkenswert. Der Film erfuhr eine besonders herzliche Aufnahme bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2025. Dort gelang es ihm als erstem koreanischen Film seit 13 Jahren, in die prestigeträchtige Sektion des Hauptwettbewerbs aufgenommen zu werden. Darüber hinaus wurde das Werk erfolgreich beim New York Film Festival sowie beim BFI London Film Festival vorgestellt, was seinen Status als einer der wichtigsten Titel der aktuellen Filmsaison zementierte. Auch auf dem Heimatmarkt feierte der Film große Erfolge: Nach seinem Kinostart im September 2025 entwickelte er sich in Südkorea zu einem echten Kassenschlager. Er konnte rund 2,77 Millionen Zuschauer in die Kinos locken und überschritt damit die kritische Gewinnschwelle von 1,3 Millionen Zuschauern bei Weitem.

Westlakes Roman entstand ursprünglich als Reaktion auf Gespräche über zunehmende Unternehmensentlassungen und spiegelt somit die tief sitzenden Ängste der Mittelschicht vor dem Verlust ihrer Stabilität wider. Park Chan-wook, dessen frühere Meisterwerke, darunter der Klassiker „Oldboy“ (2004), ebenfalls bereits in Sitges Anerkennung fanden, überträgt dieses zeitlose, existenzielle Drama mit Bravour auf die Leinwand. Als Krönung seiner bisherigen Laufbahn wurde die Produktion offiziell als südkoreanischer Kandidat für den Oscar 2026 in der Kategorie Bester Internationaler Film nominiert. Der Film regt das Publikum dazu an, über die unsichtbaren gesellschaftlichen Mechanismen nachzudenken, die Menschen dazu verleiten, als letzte Reaktion auf immense äußere Herausforderungen zu solch radikalen und verzweifelten Handlungen zu greifen.

Quellen

  • detikedu

  • Korea JoongAng Daily

  • The Washington Post

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