Nicolas Keutels Spielfilmdebüt „Louise“: Eine introspektive Weihnachtsdramatik

Bearbeitet von: An goldy

Mit dem Kinostart am 10. Dezember 2025 lieferte Nicolas Keutels Langfilmdebüt „Louise“ eine bemerkenswerte Abkehr von den üblichen familienfreundlichen Angeboten der Weihnachtszeit. Dieser französisch-belgische Genremix, der eine Laufzeit von 108 Minuten aufweist, vereint Elemente aus Melodram, Psychothriller und Familiendrama. Die Realisierung des ambitionierten Projekts wurde durch die Mitwirkung von Scope Pictures, Gabman, La Boétie Films, RTBF, Proximus und Voo TV ermöglicht.

Keutel, der zuvor vor allem durch Kurzfilme wie „Le bon copain“ bekannt wurde, setzt in seinem ersten abendfüllenden Werk die Auseinandersetzung mit dem Thema Kindheitstraumata und deren tiefgreifenden Langzeitfolgen fort. Die Handlung dreht sich um eine Frau, die nach einem mysteriösen Vorfall im Jahr 2008 in Lille – bei dem sie als Kind namens Marion ihrem Stiefvater Messerstiche zufügte – ein neues Leben unter dem Namen Louise beginnt. Fünfzehn Jahre später, mittlerweile als Journalistin tätig, unternimmt Louise gezielte Schritte, um den Kontakt zu ihrer Mutter Catherine (gespielt von Cécile de France) und ihrer Schwester Jeanne wiederherzustellen, ohne dabei ihre wahre Identität preiszugeben.

Die Hauptrolle wurde von Diane Rouxel übernommen, deren Darstellung der Figuren nahe der Verzweiflung besonders hervorgehoben wurde. Sie teilt die Leinwand mit Cécile de France und Salome Dewaels, die die Rolle der Schwester verkörpert. Ergänzt wird die Besetzung durch Lina El Arabi und Paul Amiel. Die Dreharbeiten fanden sowohl in Belgien als auch in der französischen Region Hauts-de-France statt.

Die offizielle Premiere von „Louise“ fand bereits am 20. Oktober 2025 auf dem Cinemed Filmfestival in Montpellier statt. Bei dieser Gelegenheit waren Regisseur Keutel, die Hauptdarstellerin Diane Rouxel, Produzentin Valérie Garcia sowie die elfjährige Noémie Lemêtre-Ekelöf, die die junge Marion darstellt, anwesend. Keutels Regiearbeit erntete Lob für ihre formale Stärke und die intime Inszenierung, die sich auf kleinste Mimik konzentriert. Die Qualität des Drehbuchs hingegen sorgte für geteilte Meinungen. Musikalisch untermalt Superpoze die emotionale Architektur des Films und rahmt insbesondere die Anfangs- und Endsequenzen stimmungsvoll ein.

Inmitten der Kinolandschaft, die von Blockbustern wie „Avatar: Feuer und Asche“ und „SpongeBob Schwammkopf: Der Film – Der große Ausbruch“ dominiert wurde, positionierte sich „Louise“ als eine bewusste Option für Zuschauer, die anspruchsvolles Autorenkino mit tiefgründiger psychologischer Thematik suchten. Der Vertrieb in Frankreich obliegt Apollo Films, und das Projekt profitierte 2025 zudem von der Unterstützung des Bastier-Fonds. Der Film regt zur Reflexion über Resilienz und die Neudefinition der eigenen Identität an. Ende Dezember 2025 lief das Drama weiterhin in den Kinos. Keutel selbst kündigte bereits sein nächstes Vorhaben an – eine Detektivgeschichte – und merkte an, dass er mit diesem Film „seine eigene Therapie abgeschlossen“ habe.

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Quellen

  • midilibre.fr

  • Wikipédia

  • Sortiraparis.com

  • Unifrance

  • NAJA 21

  • Say Who

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