Die reichste Frau der Welt: Sechs César-Nominierungen für das Drama mit Isabelle Huppert

Bearbeitet von: An goldy

Die französisch-belgische Kinoproduktion „La Femme la plus riche du monde“ (Die reichste Frau der Welt), in der die renommierte Charakterdarstellerin Isabelle Huppert die Hauptrolle übernimmt, hat bei der bevorstehenden 51. César-Verleihung insgesamt sechs Nominierungen erhalten. Unter der Regie von Thierry Klifa entstand ein Werk, das als vielschichtiges komödiantisches Drama konzipiert ist und sich in seiner Erzählweise lose an der realen, hochkarätigen „Bettencourt-Affäre“ orientiert, die über Jahre hinweg die Schlagzeilen der internationalen Presse dominierte. Seine feierliche Weltpremiere feierte der Film bereits im August 2025 zur Eröffnung des frankophonen Filmfestivals in Angoulême, bevor er am 29. Oktober 2025 offiziell in den breiten Kinobetrieb startete und sowohl das Publikum als auch die Fachkritik gleichermaßen in seinen Bann zog.

In der Hauptrolle verkörpert Isabelle Huppert die Figur der Marianne Farrer, die als Alleinerbin eines weltweit agierenden Kosmetikimperiums im Zentrum der Handlung steht. Flankiert wird sie von einem hochkarätigen Ensemble, zu dem unter anderem Laurent Lafitte und Marina Foïs gehören, die ebenfalls wesentliche Rollen in diesem komplexen Beziehungsgeflecht einnehmen. Das Werk wird insbesondere für seine scharfzüngige, satirische Darstellung der Machtverhältnisse innerhalb der französischen Großbourgeoisie gelobt. Die erfolgreiche Berücksichtigung bei den Césars unterstreicht die Bedeutung dieser Produktion als eines der zentralen filmischen Ereignisse des aktuellen Kinojahres und festigt ihren Ruf als anspruchsvolles Unterhaltungskino, das gesellschaftliche Strukturen kritisch hinterfragt.

Für den Regisseur Thierry Klifa stellt dieser Film bereits sein sechstes Langfilmprojekt dar, in dem er seine künstlerische Handschrift weiter verfeinert. In seiner Inszenierung legte er den Fokus bewusst auf die zwischenmenschlichen Dramen und die intimen Facetten des Falls Bettencourt, anstatt sich lediglich auf die mediale Berichterstattung über die juristischen und politischen Auseinandersetzungen zu konzentrieren. Klifa erkundet in der Erzählung das komplexe Geflecht aus Macht, Erbe und tief verwurzelten persönlichen Bindungen. Er betont dabei immer wieder, dass Geld in diesem Kontext oft als ein mächtiger Katalysator fungiert, der bestehende Konflikte massiv verschärft und die Grenzen zwischen aufrichtiger Zuneigung und reinem Eigennutz verschwimmen lässt.

Die darstellerische Leistung von Isabelle Huppert, die von Kritikern als „zugleich rührend und monströs“ beschrieben wurde, brachte ihr die 16. César-Nominierung ihrer beeindruckenden Karriere ein. Damit festigt sie ihren Status als absolute Rekordhalterin unter den Schauspielerinnen in der Geschichte dieses Preises. Auch ihre Co-Stars wurden für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt: Laurent Lafitte erhielt eine Nominierung für seine Rolle als Fotograf, der eine ambivalente Rolle im Leben der Erbin spielt, während Marina Foïs für ihre Darstellung der Tochter nominiert wurde. Letztere verkörpert eindrucksvoll eine Frau, die in einem emotionalen Spannungsfeld zwischen tiefer Loyalität zu ihrer Mutter und einer zerstörerischen Eifersucht gefangen ist.

Die feierliche 51. Verleihung der César-Preise wird am Donnerstag, den 26. Februar 2026, im legendären Pariser Saal „Olympia“ stattfinden, einem Ort mit großer Tradition für die französische Kultur. Die von der Académie des Arts et Techniques du Cinéma organisierte Gala wird live auf dem Sender Canal+ übertragen, um ein Millionenpublikum zu erreichen. Den Vorsitz der Zeremonie übernimmt die bekannte Schauspielerin Camille Cottin, während Benjamin Lavernhe als Moderator durch den festlichen Abend führen wird. Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung wird die Verleihung des Ehren-Césars an den US-amerikanischen Schauspieler Jim Carrey sein, der für sein Lebenswerk und seinen außergewöhnlichen Beitrag zur internationalen Filmkunst gewürdigt wird.

Neben dem Erfolg bei den Césars konnte der Film bereits weitere bedeutende internationale Anerkennung verbuchen. So wurde er außer Konkurrenz im Hauptprogramm der renommierten Filmfestspiele von Cannes 2025 gezeigt und erhielt zwei Nominierungen für die „Säkularen Preise der Auslandspresse“ 2026. Filmkritiker heben hervor, dass das Werk geschickt jede Form von übermäßiger Sentimentalität vermeidet und stattdessen eine fast schon anthropologische Untersuchung des abgeschotteten Universums der Superreichen und ihrer sozialen Dynamiken bietet. Diese analytische Herangehensweise ermöglicht es dem Publikum, einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen einer Welt zu werfen, die normalerweise hinter den Mauern prachtvoller Villen verborgen bleibt.

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Quellen

  • france.tv

  • Festival FFA | Festival du Film Francophone à Angoulême

  • Cult.news

  • Moka Mag

  • Frenetic Films

  • Le Café pédagogique

  • SudOuest.fr

  • Charente Libre.fr

  • CNews

  • Harpersbazaar.fr

  • Le Mensuel

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