Guillermo del Toros "Frankenstein" Debüt: Vom begrenzten Kinostart zum Netflix-Streaminghit

Bearbeitet von: An goldy

Die mit Spannung erwartete Verfilmung von Mary Shelleys „Frankenstein“ durch Guillermo del Toro hat ihren Weg zu den Zuschauern gefunden. Nach einem begrenzten Kinostart, der am 17. Oktober 2025 begann, ist der Film nun auf der Streaming-Plattform Netflix verfügbar. Dieser Schritt stellt eine bemerkenswerte Ausnahme für Netflix dar, da der Streifen mit einem beachtlichen Budget von 120 Millionen US-Dollar zunächst nur in ausgewählten Kinos lief, bevor er am 7. November 2025 weltweit auf der Streaming-Plattform Premiere feierte.

Für den Oscar-prämierten Regisseur, der dieses Werk als sein „Herzensprojekt“ bezeichnete, war die Reise zum Bildschirm langwierig. Ursprünglich war der Film für Universal Pictures konzipiert, doch die Pläne der Studios, eine „Dunkle Universum“-Franchise zu etablieren, führten zu einer Verzögerung. Del Toro hat die klassische Erzählung neu interpretiert und den Fokus von reinem Horror hin zu einem tiefgründigen, emotional aufgeladenen gotischen Drama verschoben, das sich intensiv mit dem Thema des vererbten Traumas auseinandersetzt.

Im Zentrum der Handlung stehen der brillante, jedoch zutiefst egozentrische Wissenschaftler Victor Frankenstein, dargestellt von Oscar Isaac, sowie sein Geschöpf, dem Jacob Elordi seine Gestalt leiht. Der Film beleuchtet die psychologischen Abgründe Victors, der selbst als Sohn eines tyrannischen Vaters, gespielt von Charles Dance, gezeichnet ist. Die Schöpfung des Lebens wird hierbei zu einem Akt des Aufbegehrens gegen die väterliche Vernachlässigung, was der Geschichte eine Komplexität verleiht, die weit über das konventionelle Schauergenre hinausgeht.

Mit einem Budget von 120 Millionen Dollar rangiert dieser Film als zweitteuerste Produktion in del Toros Karriere, nur übertroffen von „Pacific Rim“ (190 Millionen Dollar). Die visuelle Umsetzung verdankt der Film der brillanten Kameraarbeit von Dan Laustsen. Der Regisseur legt den Finger in die Wunde und suggeriert, dass die eigentliche Monstrosität in Victor selbst liegt. Diese psychologische Tiefenschärfe wurde von der Kritik positiv aufgenommen.

Die internationale Premiere fand bereits am 30. August 2025 auf den Filmfestspielen von Venedig statt, wo der Film überwiegend positive Resonanz erfuhr. Auf dem Aggregator Rotten Tomatoes hält der Film beachtliche 85 Prozent positive Kritikerstimmen, während die Zuschauerbewertung sogar 95 Prozent erreichte. Metacritic verzeichnete eine Durchschnittsbewertung von 77 von 100 Punkten, was „allgemein günstige Kritiken“ signalisiert. Der Konsens der Fachwelt hebt hervor, dass der Film „Menschlichkeit in einem der ikonischsten Monster der Filmgeschichte findet“ und lobt insbesondere die Leistung von Jacob Elordi.

Nach seinem kurzen, aber soliden Kinostart, der Einnahmen von 422.705 US-Dollar generierte, katapultierte sich der Film sofort an die Spitze der weltweiten Netflix-Charts und etablierte sich als einer der bedeutendsten Streaming-Starts des Jahres. Zur hochkarätigen Besetzung gehören neben Isaac und Elordi auch Mia Goth, der zweifache Oscar-Gewinner Christoph Waltz, Lars Mikkelsen und Charles Dance. Der visuelle Stil, der sich an den Illustrationen von Bernie Wright orientiert, wurde für die Opulenz der Kulissen, Kostüme und Masken hochgelobt. Dieses Werk bereichert das filmische Angebot von Netflix und bietet dem Publikum eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Konsequenzen von Gleichgültigkeit und dem Kreislauf des Schmerzes.

Quellen

  • AVmania.zive.cz

  • Wikipedia

  • The Spectator

  • Alara Entertainment

  • Netflix Tudum

  • POPSUGAR

  • Official Website

  • Coachella Valley Independent

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