Marvels „Wonder Man“: Erste Kritiken loben die bissige Hollywood-Satire der neuen Disney+ Serie

Bearbeitet von: An goldy

Die kommende achtteilige Marvel-Miniserie „Wonder Man“ sorgt bereits vor ihrem offiziellen Start für erhebliches Aufsehen in der internationalen Medienlandschaft. Erste Stimmen von Kritikern beschreiben das Werk als ein überaus mutiges Unterfangen und bezeichnen es als eine der bisher gelungensten TV-Produktionen des Studios. Die weltweite Premiere auf der Streaming-Plattform Disney+ ist fest für den 27. Januar 2026 eingeplant. Das Projekt wird unter dem neuen Banner „Marvel Spotlight“ veröffentlicht, was auf eine eigenständige Erzählweise hindeutet, die kein tiefgreifendes Vorwissen über die komplexe Mythologie des bisherigen Marvel Cinematic Universe (MCU) voraussetzt.

Hinter den Kulissen zeichnen Destin Daniel Cretton, der Regisseur von „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“, und Andrew Guest, der auch als Showrunner fungiert, für die Serie verantwortlich. Branchenbeobachter ziehen stilistische Vergleiche zu renommierten Produktionen von Sendern wie HBO oder FX, insbesondere zur Erfolgsserie „Barry“, anstatt sie mit den typischen, effektgeladenen Blockbuster-Formaten von Marvel gleichzusetzen. Im Mittelpunkt der Handlung steht Simon Williams, eindrucksvoll verkörpert von Yahya Abdul-Mateen II. Er spielt einen aufstrebenden Stuntman, der in der glitzernden Welt von Hollywood nach Ruhm strebt und dabei völlig unerwartet übermenschliche Kräfte erlangt.

Im Gegensatz zu klassischen Superhelden-Darstellungen hegt Simon Williams in dieser Adaption keinerlei Ambitionen auf heroische Taten. Sein primäres Ziel bleibt es, ein anerkannter Charakterdarsteller vom Schlage eines Daniel Day-Lewis zu werden. Seine besonderen Fähigkeiten muss er jedoch aufgrund der sogenannten „Dorman-Klausel“ strikt geheim halten, da diese es Übermenschen untersagt, in der fiktiven Hollywood-Welt des MCU beruflich Fuß zu fassen. Yahya Abdul-Mateen II zeigt dabei eine beeindruckende schauspielerische Bandbreite, indem er mühelos zwischen komischen, oft unbeholfenen Momenten und intensiven Szenen mit roher Kraft wechselt, wobei die Figur Simon selbst die Grenzen ihrer Macht noch nicht vollständig begreift.

Ein besonderes Highlight der Serie ist der scharfzüngige Meta-Kommentar zur Unterhaltungsindustrie, der vor allem durch die Rückkehr von Ben Kingsley als Trevor Slattery verdeutlicht wird. Slattery, der bereits in „Iron Man 3“ als falscher Mandarin und später in „Shang-Chi“ zu sehen war, sucht in der Serie verzweifelt nach einer „zweiten Chance“ in der Traumfabrik. Er nimmt an einem bizarren Vorsprechen für die Rolle von Simons Partner in einem fiktiven Remake eines „Wonder Man“-Films teil. Kritiker heben die authentische Freundschaft zwischen Simon und Trevor hervor, die zum emotionalen Ankerpunkt der Geschichte wird und die für das MCU sonst so typischen monumentalen Schlachten verdrängt. Während Simon von inneren Konflikten geplagt wird, sorgt Trevors unberechenbares Improvisationstalent für eine Dynamik, die von Rezensenten bereits als „urkomische, aber herzliche Bromance“ gefeiert wird.

Der frühe Konsens der Fachpresse deutet darauf hin, dass „Wonder Man“ einen bedeutenden Wendepunkt für die TV-Identität von Marvel Studios markieren könnte. Der Fokus liegt klar auf einer tiefgehenden Charakterstudie und einer bissigen Satire auf das moderne Showgeschäft, statt auf den üblichen Superhelden-Konfrontationen. Die Produktion, die bereits Anfang 2023 ihren Lauf nahm, wirkt wie ein Projekt aus einer kreativen Phase, in der das Studio verstärkt nach experimentellen und losgelösten Fernsehformaten suchte. In einer weiteren markanten Rolle ist Zlatko Burić als von Kovac zu sehen, ein exzentrischer und verschlossener Regisseur des Film-im-Film-Remakes. Showrunner Andrew Guest beschreibt diesen Charakter als eine faszinierende Hommage an reale Filmemacher-Ikonen wie Werner Herzog und Christopher Nolan.

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Quellen

  • Best Movie

  • PlayGround.ru

  • TheHoloFiles

  • MovieWeb

  • IGN

  • Collider

  • Just Jared

  • Collider

  • slashfilm

  • TechRadar

  • The Hollywood Reporter

  • TheHoloFiles

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