Mailänder Modewoche FW26: Die Evolution von Zegna und das Debüt von Dell'Orco bei Armani

Bearbeitet von: Katerina S.

Die Mailänder Herrenmodewoche für die Saison Herbst/Winter 2026 setzte ein deutliches Zeichen für die Verbindung von Tradition und Fortschritt. Im Mittelpunkt der Präsentationen standen die zentralen Themen Erbe und Evolution, die von den führenden Modehäusern auf unterschiedliche Weise interpretiert wurden. Besonders prägend waren in diesem Jahr tiefgreifende strukturelle Veränderungen: Während Zegna seine Archive auf innovative Weise neu beleuchtete, präsentierte das Haus Giorgio Armani die erste Kollektion unter einer gänzlich neuen kreativen Führung.

Unter der visionären künstlerischen Leitung von Alessandro Sartori präsentierte das Haus Zegna eine Kollektion, die auf dem tiefgreifenden Konzept der „Familiengarderobe“ basierte. Hierbei wird Kleidung nicht als vergängliches Konsumgut, sondern als wertvolles Relikt verstanden, das über Generationen hinweg weitergegeben wird. Um diesen Gedanken zu unterstreichen, integrierte die Marke eine beeindruckende Installation mit Kleidungsstücken aus den 1930er Jahren, darunter das allererste Sakko-Modell des Firmengründers.

Sartori gelang es meisterhaft, diese historischen Silhouetten in die Gegenwart zu überführen, indem er moderne technische Lösungen implementierte. Ein Highlight waren die zweireihigen Anzüge mit speziellen Wende-Knöpfen, die drei verschiedene Arten des Zuknöpfens ermöglichen und so maximale Flexibilität bieten. Auch bei den Materialien setzte Zegna neue Maßstäbe: Innovative Textilien aus recycelten Papierfasern sowie die markentypische Trofeo-Wolle unterstrichen das unermüdliche Engagement des Labels für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.

Ein weiterer historischer Moment der Modewoche war die erste Herrenkollektion des Hauses Giorgio Armani unter der alleinigen kreativen Leitung von Leo Dell'Orco. Dieser Schritt markiert eine neue Ära nach dem Tod des legendären Firmengründers Giorgio Armani im September des vergangenen Jahres. Die Kollektion mit dem Titel „Cangiante“ – was so viel wie „schillernd“ oder „changierend“ bedeutet – überraschte das Fachpublikum durch den Einsatz unerwarteter Farbtöne wie Lapislazuli und Amethyst.

Diese kräftigen Farben entfalteten auf luxuriösen Materialien wie Samt, Kaschmir und Chenille eine besondere Wirkung und stellten eine bewusste Abkehr von der traditionell eher neutralen Farbpalette Armanis dar. Dell'Orco, der bereits seit 40 Jahren eng mit Giorgio Armani zusammengearbeitet hatte, bewies ein feines Gespür für die Balance zwischen der Bewahrung der Marken-DNA und subtilen Modernisierungen. So zeichneten sich die Entwürfe durch etwas höher geschnittene Sakkos und reiche Texturkontraste aus.

Die Bedeutung dieses Debüts wurde nicht zuletzt durch die prominente Gästeliste unterstrichen, auf der unter anderem Weltstars wie Ricky Martin und Hudson Williams zu finden waren. Die Mailänder Modewoche FW26 hat damit bewiesen, dass selbst die traditionsreichsten Häuser in der Lage sind, sich neu zu erfinden, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Die Kombination aus technischer Innovation bei Zegna und der respektvollen Weiterführung des Armani-Erbes durch Dell'Orco setzt neue Maßstäbe für die Zukunft der Luxusmode.

20 Ansichten

Quellen

  • HYPEBEAST

  • il Giornale.it

  • HYPEBEAST

  • Monocle

  • Hypebeast

  • L'Officiel

  • 10 Magazine

  • The Guardian

  • Reuters

  • Grazia

  • FashionNetwork

  • Jacob Cohën

  • Vertex AI Search

  • Vertex AI Search

  • The Guardian

  • Luxferity

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