Quantencomputer simulieren extreme Materiezustände: Ein Durchbruch für die Teilchenphysik
Bearbeitet von: Irena I
Ein bedeutender Meilenstein im Bereich des Quantencomputings wurde erreicht: Forscher der University of Washington und der Lawrence Livermore National Laboratory haben mithilfe der Rechenleistung von IBM Quantencomputern eine wegweisende Simulation durchgeführt. Diese Errungenschaft markiert einen entscheidenden Schritt hin zur praktischen Anwendung quantentechnologischer Verfahren, um tiefgreifende Fragen der Physik zu beantworten.
Der Kern dieser Innovation liegt in der Entwicklung und Implementierung skalierbarer Quantenschaltkreise. Diese Schaltkreise ermöglichten es dem Team, Anfangszustände für die Simulation von Teilchenkollisionen vorzubereiten. Der Fokus lag dabei auf den starken Wechselwirkungen, die durch das Standardmodell der Teilchenphysik beschrieben werden. Ein Indikator für die gestiegene Komplexität dieser Modellierung war die erfolgreiche Reproduktion zentraler Merkmale der Kernphysik unter Verwendung von über 100 Qubits auf den Quantenprozessoren von IBM. Klassische Supercomputer geraten an ihre Grenzen, wenn es darum geht, die Gleichungen zu lösen, welche die Teilchenwechselwirkungen unter Bedingungen hoher Dynamik oder extremer Dichte regieren. Dies unterstreicht die Notwendigkeit und den Wert quantenmechanischer Berechnungen.
Die erfolgreiche Simulation, die mehr als 100 Qubits beanspruchte, beweist die Fähigkeit, Hürden bei der Vorbereitung komplexer Anfangszustände zu überwinden. Solche Zustände galten bisher als ernstzunehmendes Hindernis in der Quantensimulation. Erstmals gelang es den Wissenschaftlern, skalierbare Quantenschaltkreise für einen Anfangszustand zu konstruieren, der dem Zustand nach Kollisionen in Teilchenbeschleunigern ähnelt. Dies ist ein kritischer Fortschritt für zukünftige dynamische Simulationen.
Quantenalgorithmen eröffnen nun die Möglichkeit, das Vakuumzustand vor einer Kollision detailliert zu modellieren und Systeme mit extrem hoher Dichte zu untersuchen. Das Forschungsteam nutzte die gewonnenen Ergebnisse, um die Eigenschaften des Vakuums mit einer Genauigkeit von einem Prozent zu bestimmen. Darüber hinaus konnten sie die Erzeugung von Hadronenimpulsen simulieren und deren zeitliche Entwicklung nachverfolgen. Die potenziellen Anwendungsfelder reichen weit über die Kernphysik hinaus und umfassen Bereiche wie die Materialwissenschaft und die Medizin.
Diese erfolgreiche Simulation, die auf IBM-Hardware stattfand und sich auf die starken Wechselwirkungen innerhalb des Standardmodells konzentrierte, stellt einen greifbaren Fortschritt in der Anwendung aufkeimender Quantentechnologien auf fundamentale wissenschaftliche Herausforderungen dar. Die Forschung, an der Institutionen wie das IQuS (Quantum Simulation Incubator) der University of Washington beteiligt waren, bestätigt die Machbarkeit eines Ansatzes, der auf skalierbaren Schaltkreisen basiert, um exotische Materiezustände zu simulieren. Man kann sagen, dass hier ein wichtiger Grundstein für die zukünftige Forschung gelegt wurde.
Die Fähigkeit, solche hochkomplexen physikalischen Szenarien mit der erreichten Qubit-Anzahl abzubilden, demonstriert, dass Quantencomputer bereit sind, eine Schlüsselrolle in der Grundlagenforschung einzunehmen. Es ist ein Beweis dafür, dass die theoretischen Versprechen der Quantenmechanik zunehmend in greifbare experimentelle Ergebnisse umgesetzt werden können. Die Zusammenarbeit zwischen akademischen Einrichtungen und Technologieanbietern ist hierbei ein Erfolgsmodell.
Quellen
SciTechDaily
Nuclear Physicists Create Scalable Quantum Circuits to Simulate Fundamental Physics
IBM says 'Loon' chip shows path to useful quantum computers by 2029
IBM says key quantum computing error correction algorithm can run on conventional AMD chips
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