Physikalische Unmöglichkeit der Weihnachtslogistik: Modellierung durch Fabrizio Bucella
Bearbeitet von: Vera Mo
Der Physiker Fabrizio Bucella, Professor an der Université Libre de Bruxelles (ULB) und bekannter Wissenschaftspopularisator, hat die logistischen Anforderungen der jährlichen Geschenkezustellung durch den Weihnachtsmann quantifiziert. Die Analyse, die regelmäßig zur Hochsaison der Weihnachts-Narrative Beachtung findet, kommt zu dem Schluss, dass die erforderlichen logistischen und physikalischen Meisterleistungen nach den aktuell bekannten Gesetzen der Physik unerfüllbar sind. Bucella und sein Team beschrieben die zugrundeliegende Berechnung als eine einfache Schätzung, deren Implikationen jedoch weitreichend sind.
Die Modellierung ergab, dass zur Belieferung der geschätzten zwei Milliarden Haushalte eine Reisegeschwindigkeit von annähernd 17.326 Kilometern pro Sekunde notwendig wäre. Eine solche Geschwindigkeit würde bei Aufrechterhaltung die Umlaufbahn der Erde destabilisieren. Darüber hinaus würden die notwendigen Manöver zur Beschleunigung und Abbremsung auf diese extremen Geschwindigkeiten Beschleunigungskräfte erzeugen, die dem Millionenfachen der Erdanziehungskraft entsprechen. Diese Kräfte würden eine Schockwelle freisetzen, die alle besuchten Wohnhäuser augenblicklich zerstören würde.
Die physikalischen Implikationen der Antriebstechnik stellen ein katastrophales Szenario dar. Um derartige Geschwindigkeiten mit bekannter Technologie zu erreichen, müsste der Weihnachtsmann auf die Entwicklung und den Einsatz von „thermonuklearen Waffen“ zurückgreifen, was das Zünden von Wasserstoffbomben impliziert. Die Wechselwirkung des entstehenden glühenden Plasmas des Schlittens und der Rentiere mit dem Magnetfeld der Erde würde einen tödlichen Regen von Gammastrahlen auslösen, der alles Leben auf dem Planeten auslöschen würde. Bucella bemerkte scherzhaft, dass das Ergebnis, ob Röntgen- oder Gammastrahlen, dasselbe sei: „man wird karbonisiert“.
Ein verwandtes Problem, das in der Analyse berücksichtigt wurde, ist das sogenannte „Problem des Handlungsreisenden“ (Travelling Salesman Problem, TSP), welches die optimale Routenplanung betrifft. Dieses klassische Optimierungsproblem sucht die kürzeste Route zur einmaligen Besichtigung einer Reihe von Orten, wobei die Komplexität mit der Anzahl der Ziele faktoriell wächst, was bei Milliarden von Haushalten astronomische Zahlen ergibt. Andere Berechnungen, die sich auf die Logistik konzentrieren, kommen zu ähnlichen Ergebnissen: Bei der Annahme von 97,8 Millionen Haushalten und einer Verteilung von 1 kg pro Geschenk wird ein Gesamtgewicht von Hunderttausenden Tonnen angenommen, was bei den erforderlichen Geschwindigkeiten einen immensen Luftwiderstand erzeugen würde.
Die Schlussfolgerung von Professor Bucella und seinem Team ist, dass die logistische Herausforderung des Weihnachtsmannes unter den aktuellen physikalischen Rahmenbedingungen nicht zu bewältigen ist. Dies unterstreicht, dass der anhaltende Zauber des Weihnachtsfestes auf einer Physik beruht, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt, selbst im Jahr 2025, noch nicht existiert. Die Analyse verdeutlicht auf wissenschaftlich fundierte Weise die extremen Anforderungen, die an die mythische Figur gestellt werden, und dient als Beispiel für die Grenzen bekannter Naturgesetze.
23 Ansichten
Quellen
Le Huffington Post
Agenda de l'Université de Fribourg
Fabrizio Bucella - Google Scholar
C'est impossible de ne pas aimer la physique - Frapp
Fabrizio Bucella, professeur de physique à l'ULB, nous montre quelques expérience en direct - NRJ Belgique
FABRIZIO BUCELLA - ULB
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?
Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
