Telegram-Gründer Pavel Durov hat die Einführung von Cocoon, dem "Confidential Compute Open Network", bekannt gegeben. Hierbei handelt es sich um eine dezentralisierte Infrastruktur für Rechenleistung, welche die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI) und die TON Blockchain miteinander verschmilzt. Die offizielle Präsentation dieser bahnbrechenden Technologie fand auf dem renommierten Forum Blockchain Life 2025 in Dubai statt. Durov kündigte dabei an, dass der offizielle Start des Projekts, das die Landschaft der privaten Datenverarbeitung neu gestalten soll, für November 2025 vorgesehen ist.
Das zentrale Anliegen von Cocoon ist es, einen marktbasierten und zensurresistenten Mechanismus zur Verfügung zu stellen, der die Verarbeitung von KI-Anfragen unter Wahrung absoluter Vertraulichkeit ermöglicht. Dies adressiert eine der größten Herausforderungen im modernen Computing: den Schutz sensibler Daten. Im Gegensatz zu herkömmlichen, zentralisierten Systemen, bei denen die Dienstanbieter theoretisch oder praktisch Einblick in die verarbeiteten Daten nehmen könnten, bleiben bei Cocoon alle Informationen selbst während des gesamten Rechenprozesses durchgehend verschlüsselt. Entwickler haben die Möglichkeit, diese dezentralisierten Rechenkapazitäten zu nutzen und die Bezahlung dafür in der Kryptowährung Toncoin zu leisten. Im Gegenzug werden die Eigentümer von Grafikprozessoren (GPUs), die ihre ungenutzten Ressourcen zur Verfügung stellen, für diesen Beitrag zur Netzwerksicherheit und -leistung ebenfalls mit Toncoin vergütet. Dieses Modell schafft einen Anreiz für die globale Bereitstellung von Hardware.
Telegram selbst wird als erster und wichtigster Kunde dieses neuen Netzwerks fungieren. Diese strategische Positionierung soll dem Projekt nicht nur einen kraftvollen Start ermöglichen, sondern auch die sofortige Integration in ein massives Ökosystem gewährleisten, das potenziell über eine Milliarde Nutzer umfasst. Max Kraun, der Geschäftsführer der TON Foundation, hob die tiefgreifende Bedeutung dieser Entwicklung hervor. Er betonte, dass der Start von Cocoon einen fundamentalen Paradigmenwechsel hin zu einer von Nutzern gesteuerten Rechenwirtschaft darstellt. Laut Kraun wird dadurch die Kontrolle über die kritische KI-Infrastruktur, die bisher in den Händen weniger Tech-Giganten lag, effektiv an die Gemeinschaft zurückgegeben.
Das Interesse an der Schaffung eines robusten, physischen „Rückgrats“ für das Netzwerk ist bereits bei namhaften Investoren geweckt worden, was die Ernsthaftigkeit des Vorhabens unterstreicht. Ein Beispiel hierfür ist AlphaTON Capital, das Pläne verlautbart hat, signifikant in eine Infrastruktur zu investieren, die auf GPUs der Enterprise-Klasse basiert. Diese Fokussierung auf hochleistungsfähige Hardware deutet klar auf die Absicht hin, dass das Projekt in der Lage sein soll, auch die anspruchsvollsten und intensivsten Arbeitslasten effizient zu bewältigen. Die Vorgeschichte des Projekts reicht bis in den Oktober 2025 zurück. Damals erwähnte Durov erstmals während eines Besuchs in Kasachstan öffentlich seine Arbeit an einer innovativen Technologie, die die Schnittstelle zwischen Blockchain und Künstlicher Intelligenz neu definiert.
Durov betrachtet Cocoon als eine fundamentale Neudefinition der Interaktion von Nutzern mit Künstlicher Intelligenz. Er strebt danach, die bestehende Paradigma der Kontrolle über diese Schlüsseltechnologien, die derzeit von großen, zentralisierten Korporationen dominiert wird, nachhaltig aufzubrechen. Er hob zudem hervor, dass Telegram im vergangenen Jahr die beeindruckende Marke von 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern erreicht hat. Diese enorme, bereits bestehende Nutzerbasis schafft ein äußerst günstiges und fruchtbares Umfeld für die schnelle Verbreitung und die breite Akzeptanz der neuen dezentralen Technologie, wodurch Cocoon von Anfang an eine globale Reichweite garantiert wird.
