Stablecoins entwickeln sich vom Nischeninstrument zum alltäglichen Finanzwert – Der Utility Report 2026

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Stablecoins haben eine bemerkenswerte Transformation vollzogen: Was einst als spezialisiertes Werkzeug für den Kryptohandel galt, hat sich zu einem praktischen Finanzwert für den täglichen Gebrauch entwickelt. Dies geht aus dem „Stablecoin Utility Report 2026“ hervor, der am 17. Februar 2026 veröffentlicht wurde. Die von YouGov im Auftrag von BVNK in Zusammenarbeit mit Coinbase und Artemis durchgeführte Studie stützte sich auf eine umfassende Befragung von 4.658 erwachsenen Teilnehmern in insgesamt 15 Ländern.

Die gesamte Marktkapitalisierung von Stablecoins nähert sich derzeit der beeindruckenden Marke von 300 Milliarden US-Dollar. Analysten weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil dieses Kapitals mittlerweile direkt in der Realwirtschaft zirkuliert, sei es durch Zahlungsverkehr, Gehaltsabrechnungen oder als Sparanlage. Die Umfragedaten belegen diese tiefe Integration digitaler Vermögenswerte eindrucksvoll: 54 % der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten Stablecoins besessen zu haben, während 56 % planen, ihre Bestände im laufenden Jahr weiter aufzustocken. Zudem beabsichtigen 13 % der bisherigen Nicht-Besitzer, in naher Zukunft einzusteigen. Dieser Trend ist besonders bei der jüngeren Generation ausgeprägt, da mehr als die Hälfte der aktuellen und potenziellen Besitzer der Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren angehört.

Der funktionale Wandel zeigt sich besonders deutlich bei der Nutzung von Stablecoins zur Einkommensgenerierung. Rund 39 % der Studienteilnehmer erklärten, dass sie bereits Gehälter oder Überweisungen in Stablecoins erhalten. Für diese Gruppe machen solche Zahlungen im Durchschnitt 35 % ihres jährlichen Gesamteinkommens aus. Ein entscheidender Vorteil ist dabei die Kostenersparnis: Nutzer, die Auszahlungen in Stablecoins erhalten, konnten ihre Gebühren im Vergleich zu herkömmlichen Finanzdienstleistungen um durchschnittlich 40 % senken. Fast drei Viertel der international tätigen Befragten betonten zudem, dass der Einsatz von Stablecoins ihre Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit ausländischen Kunden signifikant verbessert hat. Auch für Online-Händler auf Marktplätzen erweist sich die Technologie als profitabel, da 76 % von ihnen nach der Einführung von Kryptozahlungen ein Wachstum ihres Umsatzvolumens oder ihres Kundenstamms verzeichneten.

Regionale Unterschiede verdeutlichen die Rolle von Stablecoins als Instrument für finanzielle Stabilität. In Afrika, wo viele Menschen mit der Instabilität lokaler Währungen konfrontiert sind, erreicht die Besitzquote beachtliche 79 %. Diese Region zeigt auch die stärkste Absicht, die digitalen Bestände weiter auszubauen. Während in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen die Besitzquote bei etwa 60 % liegt, beträgt dieser Wert in entwickelten Volkswirtschaften lediglich 45 %. Interessanterweise konvertieren 45 % der Inhaber ihre Stablecoins vor der Verwendung in die jeweilige Landeswährung, was den anhaltenden Bedarf an einer Infrastruktur für eine nahtlose Integration in bestehende Systeme unterstreicht.

Damit der endgültige Übergang zum Status als „digitales Bargeld“ gelingt, betont der Bericht die Notwendigkeit einer universellen Akzeptanz, Transparenz und eines umfassenden Schutzes der Zahlungssysteme. Die Nachfrage der Verbraucher nach einer Einbindung in bestehende Schnittstellen ist unverändert hoch: 77 % der Befragten gaben an, dass sie ein Stablecoin-Wallet eröffnen würden, sofern ihr primäres Bankinstitut oder ein Fintech-Anbieter dies offerieren würde. Gleichzeitig zeigen 71 % Interesse an der Nutzung einer verknüpften Debitkarte. Dieser Wunsch nach mehr Komfort deckt sich mit der Prognose von Ripple-Präsidentin Monica Long vom Januar 2026. Sie sieht eine enge Integration von Stablecoins in das Bankensystem voraus, in dem sie künftig als fundamentales Rückgrat für globale Abrechnungen dienen könnten.

5 Ansichten

Quellen

  • ForkLog

  • Ripple's Monica Long: Stablecoins to Revolutionize Global Finance by 2026

  • Cross-Border Payments and Money Transfers in Stablecoins Cost on Average 40% Less Than Transfers Made Through Traditional Financial Services

  • Study: $300 billion in stablecoins integrated into real economy, payroll use rises

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.