Vereinigtes Königreich kehrt 2027 in EU-Austauschprogramm Erasmus+ zurück

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Das Vereinigte Königreich wird zum Januar 2027 wieder dem studentischen Austauschprogramm Erasmus+ der Europäischen Union beitreten. Diese Entscheidung setzt ein zentrales Wahlversprechen der Labour-Partei um und markiert einen signifikanten Schritt zur Vertiefung der Beziehungen zwischen London und Brüssel nach dem Austritt aus der EU im Jahr 2021.

Die ursprüngliche Ankündigung dieser Vereinbarung, die Bildung, Ausbildung, Kultur und Sport umfasst, erfolgte am 17. Dezember 2025. Schätzungen zufolge sollen im ersten Jahr bis zu 100.000 Personen im Vereinigten Königreich von der Neuregelung profitieren, darunter Studierende der Hochschulbildung, Auszubildende sowie Lernende in der Weiterbildung. Die finanzielle Verpflichtung des Vereinigten Königreichs für den Zeitraum 2027/2028 wurde auf rund 570 Millionen Pfund festgelegt, wobei ein Rabatt von 30% auf die üblichen Konditionen des EU-UK-Handelsabkommens gewährt wird.

Die Rückkehr ermöglicht britischen Studierenden die Teilnahme an universitären Austauschprogrammen und Berufsausbildungspraktika innerhalb der EU. Britische Teilnehmende entrichten weiterhin ihre regulären inländischen Studiengebühren und behalten den Anspruch auf Zuschüsse für die Lebenshaltungskosten im Ausland. Im Gegenzug profitieren EU-Studierende, die im Rahmen von Erasmus+ im Vereinigten Königreich studieren, von einem internationalen Gebührenerlass und zahlen somit nur die Inlandstarife, die aktuell maximal 9.535 Pfund pro Jahr betragen.

Nach dem Brexit hatte das Vereinigte Königreich das Programm Ende 2020 verlassen und als Ersatz das Turing-Schema implementiert, welches seit September 2021 existiert und einen globalen Fokus verfolgt. Die Verwaltung des Erasmus+-Programms im Vereinigten Königreich wird künftig durch eine neu zu ernennende nationale Agentur sichergestellt, bevor die Ausschreibung für das Jahr 2027 beginnt. Diese Einigung wird als wichtiger Vertrauensbeweis in den Neuanfang der Beziehungen unter der Führung von Premierminister Keir Starmer gewertet.

Erwartet wird, dass diese Vereinbarung auch den Weg für ein separates Jugendmobilitätsabkommen ebnet, welches jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren ermöglichen könnte, für einen begrenzten Zeitraum in den jeweiligen Hoheitsgebieten der EU und des Vereinigten Königreichs zu leben und zu arbeiten. Organisationen wie Universities UK und die Russell Group begrüßten den Schritt, da internationale Mobilität nachweislich die Verdienstmöglichkeiten und Sprachkenntnisse von Absolventen steigert.

15 Ansichten

Quellen

  • The Guardian

  • Financial Times

  • FE Week

  • Reuters

  • The Guardian

  • Best for Britain

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?

Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.