Bezos plant 100-Milliarden-Dollar-Fonds zur KI-gestützten Transformation der Fertigung

Bearbeitet von: Aleksandr Lytviak

Der Gründer von Amazon, Jeff Bezos, führt Berichten zufolge fortgeschrittene Gespräche zur Beschaffung eines neuen Investmentvehikels in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. Dieses Vehikel, intern als „Manufacturing Transformation Vehicle“ bezeichnet, zielt auf die Übernahme etablierter Fertigungsunternehmen ab, um diese durch den gezielten Einsatz fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz (KI) grundlegend umzugestalten. Das angestrebte Kapitalvolumen positioniert diesen Fonds auf eine Stufe mit dem SoftBank Vision Fund, der 2017 rund 98,6 Milliarden US-Dollar in digitale Plattformunternehmen investierte.

Die strategische Ausrichtung des Fonds sieht vor, primär in Sektoren wie die Chipherstellung, die Verteidigungsindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt zu investieren, um dort die Automatisierungsprozesse signifikant zu beschleunigen. Um die Finanzierung zu sichern, unternahm Bezos eine globale Sondierungsreise, die ihn unter anderem in den Nahen Osten und nach Singapur führte, wo er mit wichtigen Akteuren wie Staatsfonds und großen Vermögensverwaltern verhandelte. Zu den potenziellen Kapitalgebern, mit denen der Amazon-Gründer in Austausch stand, zählt die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), der Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, sowie JPMorgan CEO Jamie Dimon.

Diese Fokussierung auf den Erwerb physischer Produktionskapazitäten signalisiert eine Verschiebung der KI-Investitionen von der reinen Software-Ebene hin zur industriellen Fertigungsebene. Die strategische Ausrichtung des Fonds steht in direkter Verbindung zu Bezos' KI-Startup Project Prometheus, das er seit November 2025 als Co-CEO leitet. Dieses Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung von KI-Modellen zur Simulation der physischen Welt, was für die Optimierung von Ingenieurwesen und Produktion als essenziell erachtet wird.

Project Prometheus, das bereits mit 6,2 Milliarden US-Dollar an Startkapital ausgestattet wurde, sucht separat nach weiteren Mitteln in Höhe von bis zu 6 Milliarden US-Dollar. Vikram Bajaj, Mitbegründer von Google Life Sciences (Verily), teilt sich die Co-CEO-Position mit Bezos und bringt Expertise aus der Life-Science-Forschung ein. Die Führungsstruktur wurde zudem durch die Berufung von David Limp, dem CEO von Blue Origin, in den Verwaltungsrat gestärkt. Die Technologie von Prometheus soll direkt in den akquirierten Fabriken implementiert werden, um Effizienz und Rentabilität zu steigern, wobei der Fokus auf der Modernisierung von Maschinenbedienern anstatt von Programmierern liegt.

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Quellen

  • BFMTV

  • The Times of India

  • Investing.com

  • The Tech Buzz

  • The Economic Times

  • Forbes

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