AKA × Anatii – „10 Fingers“: Meilenstein von 4 Millionen Spotify-Streams erreicht

Bearbeitet von: Inna Horoshkina One

AKA & Anatii - 10 Finger

Der Titel „10 Fingers“, eine wegweisende Zusammenarbeit der südafrikanischen Künstler AKA und Anatii, hat Anfang Januar 2026 die Marke von 4 Millionen Streams auf Spotify überschritten. Dieser Song ist ein zentraler Bestandteil des Albums „Be Careful What You Wish For“ (BCWYF), das bereits im Jahr 2017 veröffentlicht wurde und bis heute eine feste Größe in der digitalen Musiklandschaft Südafrikas darstellt.

Dokumentiert wurde dieser bemerkenswerte Erfolg durch den Branchenmonitor The Table Chart. Dieser Dienst ist darauf spezialisiert, regionale Streaming-Daten in Echtzeit zu erfassen und bietet somit einen präzisen Einblick in die Popularität lokaler Produktionen innerhalb des afrikanischen Kontinents.

Das gemeinschaftliche Album „Be Careful What You Wish For“ feierte sein offizielles Debüt am 28. Juli 2017 unter den Labels Universal Music South Africa, Yel Entertainment und Beam Group. Das Projekt umfasst insgesamt 10 Tracks und zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Es gibt keine weiteren Gastmusiker, was für große Veröffentlichungen dieser Ära ein eher ungewöhnlicher und mutiger Schritt war.

Die Kooperation zwischen AKA und Anatii besaß eine enorme kulturelle Relevanz für die gesamte Szene. Sie entstand nach einer Phase erheblicher öffentlicher Spannungen zwischen den beiden Musikern und fungierte nicht nur als rein musikalisches Statement, sondern als entscheidender Moment der Versöhnung und des wiederhergestellten Dialogs innerhalb der südafrikanischen Hip-Hop-Community.

Als Lead-Single des Albums wurde „10 Fingers“ bereits am 8. Januar 2017 veröffentlicht. Mit einer Laufzeit von 5 Minuten und 15 Sekunden kombiniert das Stück die selbstreflexiven und selbstbewussten Texte von AKA mit der atmosphärischen, basslastigen Produktion von Anatii zu einem zeitlosen Klangerlebnis, das auch Jahre später nichts von seiner Intensität verloren hat.

Innerhalb des BCWYF-Katalogs ist dies nun die zweite Komposition, die die prestigeträchtige 4-Millionen-Marke geknackt hat. Sie folgt damit dem Erfolg von „Don’t Forget To Pray“, das mit aktuell über 5,5 Millionen Streams weiterhin die Liste der meistgehörten Songs des gemeinsamen Projekts anführt.

Das anhaltende Interesse an Material aus dem Jahr 2017 verdeutlicht den rasanten Aufstieg des afrikanischen Digitalmarktes in den letzten Jahren. Laut dem Global Music Report der IFPI überstiegen die Einnahmen der Musikindustrie in den Ländern südlich der Sahara im Jahr 2024 erstmals die historische Grenze von 100 Millionen US-Dollar.

Ergänzend dazu gab Spotify bekannt, dass die Auszahlungen an südafrikanische Künstler im Jahr 2023 insgesamt 256 Millionen Rand erreichten. Dies entspricht etwa dem Sechsfachen der Summe aus dem Jahr 2017, was zeigt, dass der Erfolg von „10 Fingers“ kein bloßes Nostalgiephänomen ist, sondern ein klares Zeichen für die Langlebigkeit und den Wert hochwertiger Musikkataloge.

Der fortwährende Erfolg des Titels erhält durch den tragischen Tod von AKA im Jahr 2023 eine zusätzliche emotionale Tiefe. Seine Musik wird von der Öffentlichkeit nicht als abgeschlossenes Archiv betrachtet, sondern bleibt ein lebendiger und aktiver Teil der musikalischen Gegenwart für Millionen von Fans weltweit.

Das Album BCWYF wurde bereits zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung von Kritikern hochgelobt. So vergab beispielsweise das renommierte Magazin Yo Mzansi eine beeindruckende Wertung von 9/10 Punkten und hob besonders die organische Verschmelzung von Trap-Elementen, Afrobeats und klassischem südafrikanischen Hip-Hop hervor.

Auch Anatii bleibt bis heute eine prägende Figur der afrikanischen Musikbranche. Seine aktuellen Soloprojekte sowie weitere Titel aus der BCWYF-Ära, darunter „BOOM“ und „BANK“, generieren weiterhin stabile Streamingzahlen und unterstreichen die zeitlose Qualität seiner unverkennbaren produktionstechnischen Handschrift.

Das Paradoxon von „10 Fingers“ liegt darin, dass ein fast zehn Jahre alter Track in der heutigen Klangwelt von 2026 keineswegs veraltet wirkt. Trotz neuer dominanter Genres wie Amapiano oder 3-Step, die den Sound des Kontinents derzeit prägen, behält das Werk seine volle Relevanz und klangliche Kraft.

Es dient als klangvolle Erinnerung daran, dass echte musikalische Substanz nicht einfach in der Flut neuer Veröffentlichungen verschwindet. Stattdessen wartet sie oft nur auf den nächsten Zyklus der Aufmerksamkeit, um von neuen Generationen von Hörern wiederentdeckt und geschätzt zu werden.

Dieser neue Streaming-Meilenstein ist weit mehr als nur eine statistische Kennzahl in einer Datenbank. Er ist ein Symbol dafür, dass afrikanischer Hip-Hop die Fähigkeit besitzt, über die Zeit hinweg zu bestehen und dabei die Stimme, die Erinnerung und die Würde einer ganzen Kulturszene lebendig zu halten.

8 Ansichten

Quellen

  • SA Hip Hop Mag

  • SA Hip Hop Mag

  • Kworb.net

  • Bizcommunity

  • Kworb.net

  • SA Hip Hop Mag

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.