Die 39. Cineuropa: Liebe, Freiheit und die Vielfalt der Filmkunst

Bearbeitet von: An goldy

Die 39. Ausgabe des Cineuropa Filmfestivals wird die Stadt Santiago de Compostela vom 7. bis zum 23. November 2025 in ihren Bann ziehen. Über einen Zeitraum von sechzehn Tagen wird dem Publikum an verschiedenen Spielstätten ein umfangreiches Programm von 140 internationalen Filmproduktionen dargeboten. Die feierliche Eröffnung dieses bedeutenden Filmforums wird durch die Vorführung des irakischen Werkes „The President's Cake“ eingeleitet, das bereits zuvor bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde.

Im Rahmen des Wettbewerbsprogramms „Filmemacher der Gegenwart“ wetteifern elf Beiträge unterschiedlicher Herkunft um die begehrten Auszeichnungen. Diese Werke stammen unter anderem aus Ländern wie Indonesien, Paraguay, Rumänien und Serbien. Die Bewertung obliegt einer internationalen Jury, zu deren Mitgliedern Eulalia Iglesias Weeks und Ramón Luis Bande zählen. José Luis Loza, der Direktor des Festivals, hob hervor, dass das Forum bestrebt sei, die Vielfalt der Entwicklungspfade zeitgenössischer Kunst abzubilden. Das diesjährige Kernthema ist die Liebe als transformierende Kraft. Dies korrespondiert direkt mit dem Gründungsauftrag von Cineuropa aus dem Jahr 1987: nämlich den Mangel an europäischem Kino im Verleih zu mildern und dem Publikum Filme zugänglich zu machen, die andernfalls unbeachtet blieben.

Seit 1988 ist das Festival ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Novembers in Compostela. Traditionell vereint die Programmauswahl preisgekrönte Werke aus Cannes, Berlin und Venedig mit risikofreudigen Independent-Produktionen und Filmen mit geringem Budget. Besondere Schwerpunkte liegen auf der künstlerischen Freiheit, der kritischen Auseinandersetzung mit der Realität sowie dem Beitrag von Filmschaffenden Frauen. Zu den bereits bestätigten, renommierten Titeln gehört etwa „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmusch. Angesichts einer öffentlichen Debatte, die zunehmend von Ablehnung und Spaltung geprägt ist, stellt das Kino, das die Liebe zelebriert, ein starkes Gegengift dar, indem es Zuneigung und Zusammenhalt bekräftigt.

Für ihren herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Filmkunst werden die Regisseure Kamal Aljafari, Jonás Trueba und Hayone Camborda mit Ehrenpreisen gewürdigt. Insbesondere Aljafari wird für sein langjähriges Engagement zur Bewahrung der Erinnerung an Palästina ausgezeichnet. Cineuropa festigt damit weiterhin seine Position als kultureller Knotenpunkt, an dem die Filmkunst eine grenzenlose Sprache spricht. Die 38. Ausgabe stand unter dem Motto „Das Herz des Kinos ist die Freiheit“, was in perfektem Einklang mit der diesjährigen Betonung der kreativen Unabhängigkeit steht. Die Veranstaltung versteht sich nicht nur als bloße Filmschau, sondern als Katalysator, der eine tiefere Wahrnehmung des Kinos als Werkzeug zur Erkenntnis und Schöpfung anregen soll.

Quellen

  • europa press

  • Cineuropa 39

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