Die Satirische Tragikomödie „Versailles“ von Andrés Clariond feiert Weltpremiere bei den PÖFF „Dark Nights“

Bearbeitet von: An goldy

Die satirische Tragikomödie „Versailles“ des mexikanischen Regisseurs Andrés Clariond steht kurz vor ihrer Weltpremiere. Diese findet im Rahmen des 29. Internationalen Filmfestivals „Dark Nights“ (PÖFF) in Tallinn statt. Das PÖFF, das traditionell im November in der estnischen Hauptstadt Tallinn abgehalten wird, besitzt die Akkreditierung der FIAPF als einziges Festival in Nordeuropa, das einen Wettbewerb für Spielfilme anbietet. In der Produktion, die von Pimienta Films realisiert wurde – jenem Studio, das auch für den oscarprämierten Film „Roma“ bekannt ist – spielen Cuauhtli Jiménez und die spanische Schauspielerin Maggie Civantos die Hauptrollen.

Die Aufnahme von „Versailles“ in den Hauptwettbewerb unterstreicht das große kritische Interesse an seiner scharfen Kommentierung der zeitgenössischen Politik und des vorherrschenden Egozentrismus. Der Film erzählt die Geschichte eines gescheiterten mexikanischen Präsidentschaftskandidaten. Nachdem er jegliche Aussicht auf einen Wahlsieg verloren hat, zieht sich dieser in sein luxuriöses Anwesen zurück. In der Isolation mit seiner Ehefrau verwandelt der ehemalige Gouverneur sein unfreiwilliges Exil in eine Fantasie grenzenloser Macht: Er proklamiert sich selbst zum König, degradiert das Personal des Landguts zu Höflingen und inszeniert in den Sälen dekadente Zeremonien.

Dieser politische Reigen, der Inspiration aus Werken wie „The Death of Stalin“ und „The Favourite“ zieht, nutzt Ironie und theatralische Übertreibung, um die Zerbrechlichkeit der Zivilgesellschaft im Moment des Machtverfalls offenzulegen. Regisseur Clariond Rangel, der bereits Filme wie „Hilda“ und „Territory“ präsentierte, erklärte, dass ihn insbesondere die Psychologie der Macht fasziniere. Sein Fokus liege auf jenem Moment nach dem Ausscheiden aus dem Amt, wenn Politiker mit der Leere konfrontiert werden und eine Abhängigkeit von der verlorenen Aufmerksamkeit entwickeln.

Die Produktion des Films wurde von Pimienta Films übernommen, einer 2008 in Mexiko-Stadt von Nicolás und Sebastián Celis gegründeten Firma, die auch mit Regisseuren wie Alfonso Cuarón zusammenarbeitete. In „Versailles“ vermischt der Regisseur Realismus mit Theatralität und schafft so eine düstere Fabel über die verzerrende Kraft der Macht. Der Film hat eine Laufzeit von exakt 1 Stunde und 32 Minuten und wurde vollständig in spanischer Sprache gedreht.

Das PÖFF Festival, das im Jahr 2024 insgesamt 18 Filme im Hauptwettbewerb präsentierte, darunter 11 Weltpremieren, bekräftigt damit seinen Anspruch als wichtiges europäisches Filmforum. „Versailles“ untersucht die Themen Ego, Verlust und das dringende Bedürfnis, gesehen zu werden, durch die Linse der politischen Satire. Dies macht ihn zu einem hochaktuellen Statement über die gegenwärtigen gesellschaftlichen Realitäten. Dieser groteske Epos, in dem bizarre Rituale die zivilisierte Regierungsführung ersetzen, verspricht, eines der meistdiskutierten Ereignisse des Festivals zu werden, das jährlich eine beachtliche Zahl von Zuschauern und Fachleuten der Filmindustrie anzieht.

Quellen

  • The Hollywood Reporter

  • Black Nights Film Festival 2025 Selections

  • Versalles at Tallinn Black Nights Film Festival 2025

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