Ein tiefer Einblick in die Zukunft des 3D-Drucks | 7NEWS
3D-Druck für extreme Tiefen: AMufacture setzt neue Maßstäbe auf der Oceanology International 2026
Bearbeitet von: Inna Horoshkina One
In der Welt der Meeresforschung bahnt sich eine technologische Revolution an, die die Grenzen des bisher Machbaren verschiebt. Das britische Unternehmen AMufacture, zu dessen Gründern der ehemalige olympische Segler Will Howden gehört, bereitet sich darauf vor, wegweisende 3D-Druck-Lösungen vorzustellen, die speziell für die extremen Bedingungen der Tiefsee entwickelt wurden.
Die offizielle Präsentation dieser Innovationen wird im Rahmen der internationalen Fachmesse Oceanology International 2026 stattfinden. Vom 10. bis 12. März 2026 wird das Londoner Ausstellungszentrum ExCeL London zum globalen Epizentrum für Ozeanologie, Ingenieurwesen und Zukunftstechnologien, wo Experten aus aller Welt zusammenkommen.
Im Mittelpunkt der Präsentation stehen Bauteile, die mittels der HP Multi Jet Fusion-Technologie gefertigt wurden. Dieses Verfahren gilt als eine der präzisesten und widerstandsfähigsten Methoden der additiven Fertigung und ermöglicht die Herstellung von Komponenten mit außergewöhnlichen Materialeigenschaften.
Die von AMufacture entwickelten Komponenten zeichnen sich durch eine Reihe kritischer Merkmale aus, die für den Einsatz unter Wasser unerlässlich sind:
- Hydrophobie – eine exzellente Beständigkeit gegen Wasseraufnahme
- Isotrope Festigkeit – eine gleichmäßige mechanische Belastbarkeit in alle Richtungen
- Hohe chemische und thermische Stabilität unter extremen Bedingungen
Dank dieser spezifischen Charakteristika sind die Bauteile in der Lage, in Tiefen von mehr als 3000 Metern zuverlässig zu funktionieren. In diesen Regionen herrscht ein immenser Druck von über 300 Atmosphären, der herkömmliche Materialien oft an ihre Belastungsgrenzen bringt.
Diese technologische Entwicklung eröffnet weitreichende Perspektiven für die Konstruktion verschiedenster Systeme:
- Autonome Unterwasser-Forschungsfahrzeuge
- Hochpräzise ozeanographische Sensoren
- Robotersysteme für komplexe Tiefseemissionen
- Wissenschaftliche Instrumente für langfristige Beobachtungsreihen
Der Mitbegründer von AMufacture, Will Howden, wird am 10. März persönlich an einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion teilnehmen. Dort wird er detaillierte Einblicke in die Anwendung der additiven Fertigung in maritimen und submarinen Systemen geben und die Vorteile für die Branche erläutern.
Howdens beruflicher Werdegang ist eine faszinierende Symbiose aus Spitzensport und Ingenieurskunst. Er vertrat sein Land bei den Olympischen Sommerspielen 2008 im Segeln und gewann zuvor die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in der Tornado-Klasse.
Später transferierte er sein technisches Verständnis in die Entwicklung aerodynamischer Strukturen für Yachten des America's Cup. Heute nutzt er diese umfassende Erfahrung, um Technologien zu perfektionieren, die dort bestehen können, wo der enorme Druck des Ozeans zur ultimativen Prüfung für jedes Material wird.
Die additive Fertigung etabliert sich zunehmend als unverzichtbares Werkzeug innerhalb der maritimen Industrie. Sie bietet Lösungen für Herausforderungen, die mit traditionellen Fertigungsmethoden kaum zu bewältigen sind, und beschleunigt den Innovationszyklus erheblich.
Der Einsatz des 3D-Drucks ermöglicht signifikante Vorteile:
- Die schnelle Produktion geometrisch hochkomplexer Bauteile
- Eine Reduzierung der Abhängigkeit von langen und störungsanfälligen Lieferketten
- Die wirtschaftliche Herstellung spezialisierter Komponenten in kleinen Losgrößen
Diese Vorzüge sind besonders für Ozeanprojekte von unschätzbarem Wert, bei denen die Ausrüstung nicht nur absolut zuverlässig und anpassungsfähig sein muss, sondern auch unter extremsten Umweltbedingungen bestehen muss.
In der Praxis wird die Multi Jet Fusion-Technologie bereits erfolgreich in anspruchsvollen wissenschaftlichen Systemen eingesetzt. Ein prominentes Beispiel ist das Neutrino-Teleskop KM3NeT, das in einer Tiefe von bis zu 3400 Metern installiert ist.
Für dieses Projekt wurden bereits über 16.000 gedruckte Einzelteile gefertigt und verbaut, was die Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit der Technologie unter Beweis stellt. Es zeigt, dass der 3D-Druck bereit für den großflächigen Einsatz in der Tiefsee ist.
Die Messe Oceanology International fungiert traditionell als Bindeglied zwischen Forschungsinstituten, Ingenieuren und Unternehmen der sogenannten Blue Economy. Dieser Sektor widmet sich der nachhaltigen und technologisch fortschrittlichen Erschließung der Weltmeere.
Die aktive Beteiligung von AMufacture unterstreicht einen wichtigen globalen Trend: Fortschrittliche Fertigungstechnologien werden immer tiefer in die Meereswissenschaften integriert, um neue Horizonte der Forschung zu erschließen.
Jede neue technologische Entwicklung wirkt wie ein Instrument im großen Orchester der Erderkundung. Der 3D-Druck erlaubt es uns, Formen zu erschaffen, deren Herstellung früher unmöglich war, und sie in die stillen Tiefen der Ozeane zu entsenden.
In dieser tiefen Stille lernt die Menschheit allmählich, einen neuen Akkord zu vernehmen. Es ist der Akkord der engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Technologie und dem lebendigen Ozean.
Quellen
Ocean News & Technology
Oceanology International 2026 | 10-12 March 2026 | ExCeL London - Ocean Science & Technology
Oceanology International 2026, London, UK - Exail
Why AMufacture
HP Additive Manufacturing Solutions - Exhibitor Details - Oceanology International



