Gigablue: 20 Millionen US-Dollar für die Skalierung der ozeanischen CO₂-Entnahme

Bearbeitet von: Inna Horoshkina One

Технология Gigablue для морского удаления CO₂ (MCFS): субстрат стимулирует рост фитопланктона, после чего биомасса контролируемо погружается в глубины океана для долгосрочного хранения углерода.

Am 26. Januar 2026 gab das Unternehmen Gigablue (mCDR) den erfolgreichen Abschluss seiner Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Millionen US-Dollar bekannt. Angeführt wurde diese Runde von Planet Ocean Capital bzw. dem Planet Ocean Fund, der sich als erster europäischer Dachfonds positioniert, der ausschließlich in ozeanbezogene Klimatechnologien investiert. Dieser finanzielle Meilenstein markiert einen wichtigen Wendepunkt für die Skalierung mariner Lösungen zur Kohlenstoffreduktion.

Die Bedeutung dieses Geschäfts geht weit über die reine Investitionssumme hinaus. Es verdeutlicht, dass der Markt die langfristige Kohlenstoffentnahme zunehmend als notwendige Infrastruktur für Sektoren begreift, deren Emissionen nur schwer zu vermeiden sind. Dabei rückt die Forderung nach belegbaren Messungen anstelle von bloßen Versprechen immer stärker in den Vordergrund, um die tatsächliche Wirksamkeit der Verfahren zu garantieren.

Gigablue setzt dabei auf das innovative MCFS-Verfahren (Microalgae Carbon Fixation and Sinking). Bei dieser Methode wird die Kohlenstofffixierung durch lokales Phytoplankton und Mikroalgen auf speziell entwickelten technischen Substraten verstärkt. Im Anschluss erfolgt ein kontrolliertes Absinken dieser Biomasse in tiefe Ozeanschichten oder in das Sediment, wodurch der Kohlenstoff der Atmosphäre dauerhaft entzogen wird.

Dieses Konzept orientiert sich eng an einem natürlichen Mechanismus der Weltmeere: der biologischen Kohlenstoffpumpe. Durch die gezielte Unterstützung dieses Prozesses versucht Gigablue, die Effizienz der Natur technologisch zu erweitern. Ein zentraler Aspekt ist hierbei die Beständigkeit der Speicherung, die für den langfristigen Klimaschutz und die Glaubwürdigkeit des Marktes unerlässlich ist.

In den Richtlinien von Puro.earth für MCFS wurde eine globale, konservative Messlatte namens COR200+ definiert. Diese sieht eine Mindestspeicherdauer von 200 Jahren unter zulässigen Bedingungen vor. Damit wird sichergestellt, dass der entnommene Kohlenstoff nicht kurzfristig wieder in den Kreislauf gelangt, was die Integrität der erzeugten Klimazertifikate nachhaltig stärkt.

Der Weg zur Verifizierung dieser Methode war intensiv: Puro.earth führte im Sommer 2025 eine umfassende öffentliche Konsultation zu MCFS durch. Am 30. September 2025 gab das Advisory Board schließlich offiziell grünes Licht für die Methodik. Obwohl dies keine automatische Qualitätsgarantie für jedes einzelne Projekt darstellt, ist es ein entscheidender Schritt hin zu einem Industriestandard, der Risiken und Monitoring-Anforderungen vorab klar definiert.

Das frische Kapital in Höhe von 20 Millionen Dollar soll primär in die Skalierung der Einsätze und die Stärkung des MMRV-Systems (Measurement, Monitoring, Reporting, Verification) fließen. Gigablue verfolgt hierbei den Grundsatz, dass präzise Daten wichtiger sind als bloße Slogans. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf folgende technologische Schwerpunkte:

  • Die kontinuierliche Überwachung der Wassersäule sowie spezifischer Tiefseeareale zur Erfolgskontrolle.
  • Die Entnahme von Proben unter Nutzung von eDNA-Ansätzen (Umwelt-DNA) als Teil der ökologischen Begleitkontrolle.
  • Die intelligente Verknüpfung von Modellierungen mit In-situ-Daten, um die Langlebigkeit der Speicherung und den Ausschluss einer vorzeitigen Rückkehr des Kohlenstoffs zu belegen.

Ein wichtiger Indikator für die Seriosität des Projekts sind die laufenden Feldstudien und Grundlagenforschungen in Neuseeland. Diese erfolgen unter strikter Einhaltung der Verfahren der neuseeländischen Umweltschutzbehörde EPA NZ, einschließlich der obligatorischen Vorabbenachrichtigungen (pre-activity notification). Solche ozeanischen Eingriffe erfordern zwingend behördliche Genehmigungen, transparente Kontrollen und eine solide wissenschaftliche Datenbasis.

Die ozeanische Kohlenstoffentnahme (CDR) ist ein Bereich mit hohem Einsatz und großem Potenzial für die globale Klimabilanz. Der Erfolg solcher Initiativen wird künftig maßgeblich davon abhängen, inwieweit sie offene Daten, unabhängige Prüfverfahren und ein aktives Risikomanagement vorweisen können. Finanzierungsrunden und beeindruckende Wachstumskurven allein reichen nicht aus, um die ökologische Integrität langfristig zu beweisen.

Letztlich zeigt dieses Ereignis, dass der Ozean nicht als bloßer Behälter für Kohlenstoff betrachtet werden darf, sondern als ein komplexes, lebendiges System im Gleichgewicht. Wenn wir lernen, CO₂ so zu entfernen, dass es messbar, steuerbar und ökologisch respektvoll geschieht, entwickeln wir mehr als nur eine neue Klimatechnologie. Wir begründen eine neue Ethik der Interaktion mit unserem Planeten und seinen Ressourcen.

3 Ansichten

Quellen

  • Ocean News & Technology

  • Ocean News & Technology

  • Global Underwater Hub

  • Subsea Expo 2026 - Sustainability Today

  • Subsea Expo 2026 To Showcase "Next Wave" Of Underwater - Marine Technology News

  • Subsea Expo 2026 - P&J Live

  • Carbon Pulse

  • McKinsey & Company

  • Planet Ocean Fund

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.