
Telegram Wallet integriert „Vaults“: Renditechancen für Bitcoin, Ether und Tether direkt im Messenger
Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Am Donnerstag, den 26. Februar 2026, hat die Wallet-Anwendung innerhalb von Telegram die offizielle Einführung der neuen Funktion „Vaults“ (Tresore) in ihrer selbstverwalteten TON-Wallet bekannt gegeben. Dieser strategische Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein bei der Integration von dezentralen Finanzdienstleistungen (DeFi) in eine weltweit führende Kommunikationsplattform. Durch diese Neuerung wird der Zugang zu komplexen Finanzinstrumenten für ein Millionenpublikum radikal vereinfacht und direkt in den digitalen Alltag integriert.
Die neue Funktionalität ermöglicht es den Nutzern, direkt über die vertraute Benutzeroberfläche des Messengers attraktive Renditen auf ihre Bestände in Bitcoin (BTC), Ether (ETH) und Tether (USDT) zu erzielen. Dabei wird die oft komplizierte DeFi-Infrastruktur im Hintergrund abstrahiert, um eine intuitive Bedienung zu gewährleisten. Andrew Rogozov, der CEO von The Open Platform und Wallet in Telegram, betonte in diesem Zusammenhang die übergeordnete Mission: Es gehe darum, digitale Vermögenswerte von abstrakten Konzepten in praktische Werkzeuge für das tägliche Leben zu verwandeln. Angesichts von mehr als 150 Millionen registrierten Nutzern besitzt diese Initiative ein enormes Potenzial für die Massenadaption.
Technologisch stützen sich die „Vaults“ auf ein robustes dezentrales Fundament, das aus drei wesentlichen Säulen besteht. Erstens kommt das Kreditnetzwerk Morpho zum Einsatz, das laut aktuellen Daten Einlagen von über 10 Milliarden US-Dollar verwaltet. Zweitens spielt die TON Applications Chain (TAC) eine zentrale Rolle; als EVM-kompatible Ausführungsebene des TON-Ökosystems ermöglicht sie den nahtlosen Transfer von „Wrapped Assets“ wie wETH und cbBTC. Drittens fungiert Re7 als spezialisierter Strategieanbieter, der für das umfassende Risikomanagement und die Kuratierung der verschiedenen Ertragsstrategien verantwortlich ist.
Zum Zeitpunkt der Markteinführung erwies sich die Strategie für den Stablecoin USDT als besonders attraktiv, da sie eine kombinierte jährliche prozentuale Rendite (APY) von bis zu 18 % in Aussicht stellte. Im Gegensatz dazu sind die Renditen für Bitcoin und Ether variabel gestaltet und hängen stark von den jeweiligen Marktbedingungen ab. Für die nahe Zukunft ist zudem geplant, dass Anwender auch native BTC und ETH einzahlen können. Diese werden dann innerhalb des TON-Ökosystems automatisch in ihre gewickelten Formen (cbBTC und wETH) umgewandelt, um sie für die integrierten Verdienstfunktionen und einfache Transfers nutzbar zu machen.
Diese Veröffentlichung ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Vertiefung der Krypto-Integration innerhalb von Telegram. Erst Anfang Februar 2026 wurden das SDK für TON Pay sowie die Unterstützung für Cross-Chain-Einzahlungen via MoonPay implementiert. Die Einführung der „Vaults“ wird als gezielter Versuch gewertet, die riesige Nutzerbasis zu monetarisieren, indem DeFi-Tools in einem maximal vereinfachten, Non-Custodial-Format bereitgestellt werden. Damit positioniert sich Telegram zunehmend als multifunktionale Finanz-App, die über reines Messaging hinausgeht.
Ein Blick auf die finanziellen Rahmenbedingungen der Muttergesellschaft verdeutlicht die wirtschaftliche Dynamik hinter diesen Innovationen: Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Umsatz von Telegram auf beachtliche 870 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 65 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Etwa 300 Millionen US-Dollar dieses Umsatzes resultierten direkt aus Vereinbarungen im Zusammenhang mit Toncoin (TON). Trotz dieses operativen Wachstums verbuchte das Unternehmen in diesem Zeitraum einen Nettoverlust von über 220 Millionen US-Dollar. Dieser Fehlbetrag resultierte primär aus massiven Abschreibungen auf Krypto-Bestände, nachdem der Kurs von Toncoin im Laufe des Jahres 2025 um 69 % eingebrochen war.
Trotz der volatilen Marktlage hält Telegram an seinen ehrgeizigen Zielen fest und strebt für das Gesamtjahr 2025 einen Jahresumsatz von 2 Milliarden US-Dollar an. In diesem Zusammenhang wird auch weiterhin die Option eines Börsengangs (IPO) geprüft. Dieser Prozess gestaltet sich jedoch komplex, da er von den laufenden Ermittlungen gegen den CEO Pawel Durow in Frankreich überschattet wird. Dennoch zeigt die Integration der „Vaults“, dass das Unternehmen entschlossen ist, seine technologische Infrastruktur weiter auszubauen und die Brücke zwischen klassischer Kommunikation und dezentraler Finanzwelt zu schlagen.
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Quellen
Cointelegraph
The Block
KuCoin
TradingView
Cointelegraph
Coinpedia
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